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Riesengaudi in Grassau

Grassau. Wenn der Fünfer-Rat mit einem »Fünferrad« fährt, dann ist Fasching in Grassau. Der gigantische Gaudiwurm, der sich durch die Marktgemeinde schlängelte, übertraf alle Erwartungen. Über zwei Stunden dauerte es, bis die letzte Gruppe den Kirchplatz passierte. Dabei herrschte Bombenstimmung. Auch das Wetter spielte mit – trotz der vielen Wolken fiel kein einziger Tropfen. So machte es den Teilnehmern besonders viel Spaß, sich von den vielen Tausend Zuschauen feiern zu lassen. Der letzte Faschingszug war vor drei Jahren organisiert worden.

An Einfallsreichtum fehlte es den Gruppen nicht. Da marschierten Cowboys und Indianer, märchenhafte Gestalten aus Tausend und einer Nacht, die Helden unserer Jugend wie Spidermann, Catwoman oder Superman. Zwergerl waren ebenso vertreten wie grausame Piraten, die den Chiemsee oder den Reifinger Weiher erobern wollten.

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Als Gemeindediener verteilten Bürgermeister und Gemeinderat ganz elegant im schwarzen Anzug Hochprozentiges. Aber auch die Frauen des Müttervereins stellten ihre »Bürgermeisterkandidatin« vor. Ob nun die nächsten Winterspiele in Katar stattfinden, dürfte fraglich sein. Das weiß aber sicher die »NSA«, die unter dem Motto »yes, we scan« unterwegs war.

»RTL« war mit sämtlichen Dokusoaps live dabei. So hieß es »Bauer sucht Sau« – umschwärmt von vielen frechen Bienen. Wird Grassau bald Hochburg des Schlagers? Bereits vor dem Chiemgau-Festival gaben sich Stars und Sternchen der Unterhaltungsmusik ein Stelldichein. Erfolg hatte auch das Bergwiesenballett im rosa Tutu mit toller Choreografie. Nicht minder gefeiert wurden die Kindergärten. Gegen das Kneipensterben demonstrierte eine Gruppe und eine Seilschaft stützte einander gegenseitig. Räuber Hotzenplotz und seine Gesellen konnten keine Angst verbreiten, wohl aber die dunklen Gestalten aus dem Wilden Westen des Birn-Pubs, die ihre Gefangenen vor sich hertrieben.

So viele Masken, große und kleine Menschen, ausgefallene, kreative Wagen und begeisterte Teilnehmer machten den Grassauer Faschingszug zu einem besonderen Erlebnis. Auch am Rande des Zuges wurden alle Schaulustigen aufs Beste versorgt. Nach dem Faschingszug wurde dann im Heftersaal bei Livemusik noch ordentlich weitergefeiert. tb