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Riesen-Erfolg für »Im Grünen«-Festival

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(Archivfoto 2017: FDL)
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Zum Festivalgelände gehörte auch der »Badestrand« an der Götzinger Ache.
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Rapper Gerard genoss das Bad in der Menge. (Fotos: Caruso)

Kirchanschöring – Grandiose Bands waren dieses Jahr wieder beim überaus beliebten »Im Grünen«-Festival für junge Musikfans am Start – es wurde kräftig gefeiert.


Einen sonnigen Sommertag lang boten gefragte Künstler und vielversprechende Nachwuchsmusiker ein hochkarätiges Programm im Kirchanschöringer Achenpark. Den überschwemmten heuer rund 2000 musikinteressierte junge Leute aus der ganzen Region und verwandelten das gut beschattete Areal rund um die Schule und den Park in ein grandioses Festival- und Partygelände.

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Zu diesem Erfolg trugen neben den Bands mit ihren Musikshows vor allem auch die vielen Kirchanschöringer Burschen und Mädchen bei, die die Ärmel hochkrempelten und kräftig mit anpackten, sodass sich die vorwiegend jugendlichen Gäste pudelwohl fühlten und eine friedlich gelöste Feier-Stimmung verbreiteten. Zu der steuerten auch die Sofas zum Abhängen, die Snack-Stopps und Bars, an denen ein vielfältiges Angebot an köstlichen Speisen und trendigen Drinks lockten, sowie der Badestrand an der Götzinger Ache bei.

Neben der entspannten Atmosphäre genossen die meisten Besucher natürlich das vielbeklatschte und höchst umjubelte musikalische Programm, das die teils etablierten Bands und die teils wunderbaren Newcomer im bunten Scheinwerferlicht der Achenpark-Bühne auflegten: »Moop Mama«, »Fil Bo Riva«, »Bavaro Indie-Folker der Lischkapelle«, »Farewell Dear Ghost«, »Viech«, »Rapper Gerard« und die »Mundwerk Crew«, die in Kirchanschöring schon mehrfach für Furore sorgte. Im 45 Minuten-Takt zeigten die Gruppen, wie spannend die junge Szene ist.

Am Rande des Festivalgeländes lag der Zeltplatz: Autos, Wohnmobile und Campingbusse so weit das Auge reichte. Hie und da flatterte eine Bayern-Fahne im Wind und überall dröhnte die Musik. Manche ließen ihre Autoradios laufen, bis die Batterien fast ihren Geist aufgaben. Andere hatten ganze Transporter mit Material mitgebracht und richteten es sich auf der Wiese häuslich ein.

Bilder-Galerie vom Festival:

Professionelle Organisation überzeugte alle

Aber egal, wen man auch fragte: Niemand konnte und wollte über die jungen Leute etwas Nachteiliges sagen. Im Gegenteil: Bürgermeister Hans- Jörg Birner, die Gastwirte und sogar die Anwohner schwärmten von den »ordentlichen Leuten« und von der durch und durch professionellen Festivalorganisation mit den vielen Ordnern. Dass die große Akzeptanz im Dorf ihr größter Trumpf ist, das wissen auch die Veranstalter. Das sind etwa 100 und zwar sowohl aktuelle als auch ehemalige Crew-Mitglieder des Jugendtreffs Kirchanschöring im Alter zwischen 12 und 30 Jahren, die das Festival ehrenamtlich auf die Beine gestellt und auch heuer wieder alles selber so gut organisiert hatten, dass es ohne Zwischenfälle ablief.

Das »Im Grünen«, das heuer schon zum 13. Mal stattfand, gilt als einmalige musikalische Jugendveranstaltung und ist der jährliche Höhepunkt der gelungenen Jugendarbeit im Kirchanschöringer Jugendtreff. Den führen Michael Obermeier und Bruno Tschoner unter der Leitung von Günter Wimmer.

Zur Organisation des Festivals gehört auch die Suche nach geeigneten Bands. »Die sollten nicht nur dem persönlichen Geschmack entsprechen, sondern vor allem den Sinn des Festivals widerspiegeln.« Das war die Aufgabe von Julian Stadler und Josef Sailer. Die beiden hatten eine Vielzahl von Musikgruppen vorgeschlagen, von denen dann die eingangs Genannten von den Mitgliedern des Jugendtreffs in demokratischer Abstimmung gewählt wurden. Stadler und Sailer kümmerten sich zudem um die Verhandlungen von Gagen und das Backstage. »Alles zusammen dauerte ein ganzes Jahr«, verriet Julian Stadler im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

Eröffnet wurde das Festival von der aus Trostberg stammenden Bavaro-Indie-Pop-Band »Lischkapelle«. Deren Folksongs mit treibenden Beats wechselten mit Popsongs zum Abrocken und introvertierten Balladen. Zusammengehalten wurde alles von der außergewöhnlichen Instrumentierung: Gitarre, Klavier und Blechbläser, an die sich der komplexe Dreigesang schmiegte, dazu eine Steirische Harmonika sowie diesmal auch ein Schlagzeug. Damit erspielten sie nicht nur eine neue Fangemeinde, sie heizten die Stimmung der Gäste auch erst mal richtig an.

Von »Viech« bis »Moop Mama«

Aus der Steiermark hallte dann das »Yeah« von »Viech« in den Park. Das Quintett tapezierte unterhaltsame und ungewohnte Wortspiele auf tanzbare Melodien, die sie mit ausladenden Instrumentarien und archaischer Kraft aufluden.

Vom Radiosender FM4 kennt man die Indie-Pop-Band »Farewell Dear Ghost«. Sie wurde mit offenen Armen empfangen; da brodelte es von der ersten Sekunde an. Denn die Band machte Pop, wie man ihn vermutlich noch im hintersten Alpental liebt.

Bereits zum dritten Mal war heuer die achtköpfige Truppe »Mundwerk Crew« aus Traunstein mit von der Partie, die sich als rappende, singende, scratchende und springende Live-Band mit Hip Hop, Funk und Reggae eindrucksvoll präsentierte. Die beiden Frontmänner Beenz und Touze überzeugten durch artistische Sprachkunst und rissen musikalisch alle Türen auf.

Bei Rapper Gerard steppte endgültig der Bär. Er rappt schon seit unglaublichen zwölf Jahren auf professioneller Ebene – dabei ist er gerade 27. In Kirchanschöring zog Gerard das Publikum mit seinen typisch melancholischen Texten und elektronisch geprägten Instrumentals auf seine Seite.

Schon sehr gespannt warteten die Gäste auf die Reibeisenstimme von »Fil Bo Riva«, der für melancholischen Pop mit Anleihen aus Folk und Soul steht. Zu vorgerückter Stunde mischte er den ganzen Park noch einmal so richtig auf und hinterließ schließlich eine begeisterte, verschwitzte Menge.

Kurz vor Mitternacht brachten die Münchner Brassband »Moop Mama« nationalen Glamour auf die Bühne. Die Band bot eine Mischung aus fetten Grooves, satten Bläsersätzen und witzigem, mitunter aber auch gesellschaftskritischem Rap. Neben dem Mitsing-Hit »Alle Kinder« drehte sich in ihren mitreißenden Liedern vieles amüsant um den Alltag – von »Die Erfindung des Rades« über »Typ Ische Verhältnisse« bis zu »Prokrastination«. ca

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