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»Rettungstreffpunkte« für Wanderer

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Forstbetriebsleiter Daniel Müller, Forstwirtschaftsmeister Wolfgang Krämer und Inzells Bürgermeister Martin Hobmaier (von links) bei der Montage des »Rettungstreffpunkts Adlgaß«.

Inzell. Seit rund 15 Jahren besteht ein Netz flächendeckender »Rettungstreffpunkte« im Bayerischen Staatswald. Diese Orte waren bisher nur den Forstarbeitern sowie der Integrierten Rettungsleitstelle Traunstein (ILS) und den Rettungsdiensten bekannt. Die Bayerischen Staatsforsten, allen voran der Forstbetrieb Berchtesgaden haben nun begonnen, dieses Rettungsnetzwerk mit entsprechenden Schildern auszuweisen und damit einer breiten Öffentlichkeit als hilfreiche Infrastruktur an die Hand zu geben.


Zentraler Bestandteil dieses Systems ist die eindeutige Bezeichnung des Standortes und seine digitale Erfassung im geologischen Informationssystem. In Not geratene Waldbesucher können somit unter der Notrufnummer 112 mit der kurzen Standortbezeichnung, zum Beispiel TS-1003 beim Wanderparkplatz Adlgaß in der Gemeinde Inzell, die Integrierte Rettungsleitstelle Traunstein unmissverständlich zu dem entsprechenden Einsatzort leiten. »Diese Art der Kennzeichnung wird zu einer erheblichen Verbesserung der Erstversorgung von Verunglückten führen,« so der zuständige Forstbetriebsleiter Daniel Müller. Vor allem zentral gut erreichbare und touristisch attraktive Ziele seien als Rettungspunkte gemeldet und ausgewiesen worden.

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Müllers Anliegen war es, in enger Abstimmung mit den regional verantwortlichen Verbänden der Bergwanderregion, dieses System zur Umsetzung zu bringen. So kamen auch Wolfgang Krämer, Forstwirtschaftsmeister und Sicherheitsbeauftragter des Forstbetriebes, und der Vorstandsvorsitzende der Aktionsgruppe Chiemgauer Alpen, Inzells Bürgermeister Martin Hobmaier, am Wanderparkplatz Adlgaß in Inzell zusammen, um den ersten gemeinsamen »Rettungstreffpunkt« zu fixieren!

Flächendeckend haben die Gemeinden Inzell, Bergen, Reit im Winkl, Ruhpolding und Siegsdorf im Rahmen des EU-geförderten Programmes »Leader« alle ihre Standorte der Wanderwegweiser digital erfasst, sagte Hobmaier. Diese könnten nun auch für das Netz der »Rettungstreffpunkte« verwendet werden. Darüber hinaus sollen aufbauend auf diesem Rettungsnetzwerk die bereits existierenden Wanderwegpfosten der Region Chiemgauer Alpen mit entsprechend hilfreicher Notrufinformation versehen und damit integrativer Bestandteil der Rettungskette werden.

Zusätzlich zu diesem ortsgebundenen Netzwerk wurde durch das Staatsministerium eine kostenlose Smartphone-Anwendung für Android-Telefone in Auftrag gegeben. Mittels GPS und Funknetz ermittelt diese »App« den aktuellen Standort im Wald und zeigt die nächstgelegenen »Rettungstreffpunkte« samt Entfernung und Richtungsangabe an. Diese App lässt sich ab sofort im »Google-Play-Store« für Androidtelefone kostenlos herunterladen unter dem Stichwort »Hilfe im Wald«.

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