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Rettungseinsätze werden teurer

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Seit Jahren steigen die Einsatzzahlen des Rotkreuz-Rettungsdienstes und damit auch dessen Kosten für Personal, Infrastruktur und Material. Mit einer Anpassung der Benutzungsentgelte wird dieser Entwicklung nun bayernweit Rechnung getragen. Foto: BRK KV Traunstein

Traunstein – Mit dem Ziel der Selbstkostendeckung werden in ganz Bayern seit diesem Jahr die Benutzungsentgelte für den Rettungsdienst angehoben.


Im Landkreis Traunstein ist das Bayerische Rote Kreuz (BRK) nahezu komplett für den Rettungsdienst zuständig. 109 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dafür hauptberuflich in Voll- oder Teilzeit im Einsatz. Dazu kommen 150 ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer. Die Einsatzzahlen erreichen die 30 000er-Marke im Jahr – pro Tag über 80 Einsätze, die mit 23 Fahrzeugen bewältigt werden.

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Bayernweit gilt nun eine Anpassung der Benutzungsentgelte für Notfall- und Notarzteinsätze sowie arztbegleitete Patiententransporte zum 1. Januar 2018.

Die Zuständigkeit für die Kostenübernahme für die Notfallrettung und den Krankentransport sind im Bayerischen Rettungsdienstgesetz geregelt. Die Höhe wird von den Krankenkassenverbänden, den Berufsgenossenschaften sowie den Rettungsdienstorganisationen einmal jährlich verhandelt – dann gelten die Sätze für ein Jahr einheitlich in ganz Bayern. Kostenträger sind die Krankenkassen und in Einzelfällen Krankenhäuser oder Privatpersonen. Ziel dieser Tarifgestaltung ist es, eine landesweit kostendeckende Finanzierung der Notfallrettung und des Krankentransportes zu gewährleisten.

Für einen Notfalleinsatz ohne Notarzt wird künftig in ganz Bayern eine Pauschale von 635 Euro berechnet. Bislang waren 590 Euro festgesetzt. Ein Notarzteinsatz oder ein arztbegleiteter Patiententransport werden in Zukunft jeweils mit 800 Euro (statt bislang je 745 Euro) vergütet. Für den Krankentransport bleiben die Preise mit der Grundpauschale von 31,11 Euro und pro km 1,65 Euro stabil.

"Diese Beträge hören sich vielleicht hoch an, aber man muss bedenken, was damit alles abgedeckt werden muss", betont Jakob Goëss, einer der beiden Rettungsdienstleiter beim BRK-Kreisverband Traunstein. So müssen mit der Pauschale die Kosten für das Rettungsdienstpersonal und dessen Aus- und Fortbildung, für die Medizintechnik, das Verbrauchsmaterial, die Fahrzeuge sowie die Kosten für den Betrieb der Rettungswachen abgedeckt werden.

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Foto: BRK KV Traunstein

Neue Technik und steigende Einsatzzahlen

"Im Rettungsdienst entwickelt sich die Technik stetig weiter. Die Verwendung von technisch höherwertiger Ausrüstung kommt den Patienten zugute und erfordert eine höherwertige Qualifikation des Rettungsdienstpersonals wie sie in der neuen Ausbildung zum Notfallsanitäter verwirklicht wird. Dies geht mit steigenden Kosten einher", sagt Goëss. Zudem steigen die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes in der Region seit Jahren kontinuierlich an – derzeit sind es im Landkreis Traunstein im Schnitt schon über 80 pro Tag.

Selbstkostendeckung, aber kein Gewinn

Die Erhöhung der Benutzungsentgelte bedeutet jedoch nicht, dass dem Rettungsdienst des Roten Kreuzes dadurch ein Gewinn entsteht. "Am Jahresende wird Bilanz gezogen und überprüft, ob alle Kosten gedeckt sind. Übersteigen die pauschalen Abschlagszahlungen die festgestellten Selbstkosten werden die Zahlungsüberschüsse der zentralen Abrechnungsstelle zurückerstattet. Haben wir noch ungedeckte Ausgaben zu tragen, bekommen wir diese erstattet, wenn die Kosten für den Rettungsdienst anerkannt werden", erklärt Kurt Stemmer, der Geschäftsführer der BRK-Kreisverband Traunstein.

Pressemitteilung BRK-Kreisverband Traunstein