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Rettungsboot »Richy« von Richy Müller getauft

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Nachdem Pfarrer Lothar Katz (rechts) das neue Rettungsboot der Rettungshundestaffel Inntal geweiht hatte, übernahm Schauspieler Richy Müller die obligatorische Taufe mit Sekt. (Foto: Buthke)

Mit der Weihe durch Pfarrer Lothar Katz, der später auch die Segnung der Rettungshunde mit ihren Hundeführern vornahm, wurde das neue Boot für die Wassersuche der Rettungshundestaffel (RHS) Inntal in Betrieb genommen. Standesgemäß wurde das Einsatzfahrzeug anschließend von dem im Chiemgau ansässigen Schauspieler Richy Müller (unter anderem Tatort) mit einigen Spritzern Sekt getauft. Im Anschluss unternahmen der Geistliche und der Schauspieler zusammen mit einigen Staffelmitgliedern auf dem Chiemsee eine kleine Rundfahrt mit dem Boot, das den Namen »Richy« trägt.


Nach den Worten des Zweiten Vorsitzenden Thomas Mandl sind die gut ausgebildeten Wassersuchhunde mit ihren empfindlichen Nasen in der Lage, von der absenkbaren Bugklappe des Boots aus Menschen bis zu einer Wassertiefe von 30 bis 40 Metern aufzuspüren. Sie zeigen dies mit Bellen an. Je näher sie an der Duftspur sind, desto intensiver schlagen sie an. Weil die Duftspur durch die Wasserströmung versetzt werden kann, erfolgt die genaue Ortung dann durch Taucher oder Sonargerät.

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Das Rettungsboot kostete 25 000 Euro

Der Anschaffungspreis des Rettungsboots liegt bei 25 000 Euro, die von Gönnern aufgebracht wurden. »Die Beschaffung des Boots wäre ohne die Unterstützung unserer Sponsoren nicht möglich gewesen«, erklärte Mandl, denn die 2001 gegründete, rein private Organisation finanziert sich ausschließlich durch die Beiträge der rund 200 Mitglieder und durch Sponsorengelder, da ihnen der Hintergrund einer Hilfsorganisation fehlt. Die etwa 40 Hundeführer zahlen die Kosten für ihre Einsätze aus eigener Tasche.

Der Einsatz der Rettungshundestaffel beschränkt sich aber nicht auf die Suche von Wasserleichen. Ihre Aufgaben umfassen auch die Suche nach Vermissten und Verirrten wie Demenz- und Alzheimerkranken, Kindern oder Unfallopfern, die den Unfallort unter Schock verlassen haben. Als schlimmsten Einsatz in der Vereinsgeschichte nannte Mandl den Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall.

Für die Einsätze gibt es speziell ausgebildete Suchhunde: die »Mantrailer«, die die Spur eines Vermissten verfolgen, die Flächensuchhunde, die große Flächen nach abgängigen Menschen ablaufen, die Trümmersuchhunde, die vergrabene Opfer orten sowie die Wassersuchhunde. Rettungsnachwuchs auf zwei Beinen und vier Pfoten ist bei der Rettungshundestaffel Inntal immer willkommen. Sie bildet ständig Rettungshunde in den genannten Spezialdisziplinen aus.

Pfarrer Katz war beeindruckt vom Idealismus der Mitglieder der Rettungshundestaffel, die bis zu 40 Einsätze im Jahr in der Region haben. Dabei reisen sie bis zu 150 Kilometer auf eigene Kosten an. »Auf der einen Seite steht der Idealismus und das Können der Hundeführer, auf der anderen sind es die Rettungshunde, die mit ihren 220 Millionen Riechzellen geradezu prädestiniert sind, Menschen zu finden«, so der Geistliche. Im Leben müssten aber auch die Menschen einen »Riecher« füreinander haben und aufeinander Acht geben. Wenn wir Menschen nur normal hörten, bräuchte es keine großen Rettungsaktionen für den Mitmenschen. Wir müssten einander nur Orientierung, Halt und Unterstützung geben.

Für die weitere Ausrüstung ihres Rettungsboots braucht die Rettungshundestaffel Inntal noch ein Sonargerät, das rund 6000 Euro kostet. Dafür sind die Retter wieder auf Spenden angewiesen. Das Spendenkonto lautet 918 094 bei der Sparkasse Wasserburg (BLZ 711 526 80). Bjr