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»Retten bitte, die Kamera läuft!«

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Das Bayerische Fernsehen zeigt am Montag zur besten Sendezeit einen Beitrag über die Bergwacht Ruhpolding. (Foto: BR)

Es half nichts, sie mussten das durchziehen. Bei jedem Wetter hatten sie gesagt, und jetzt hingen sie mitten in der Hörndlwand und mussten die Patientin da rausholen. Sie hatte sich an der Wirbelsäule verletzt und musste liegend durch die senkrechte Wand geborgen werden, unter ihnen hundert Meter freier Fall. Der Regen überzog den Fels mit einem Schmierfilm, das Wasser kroch ins Genick. »Weiter ablassen«, knarzte es aus dem Funkgerät.


»Hauptsache es lohnt sich«

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»Eine spektakuläre Übung« wollte das Kamerateam vom Bayerischen Fernsehen filmen. Kein Problem, sagte die Bergwacht Ruhpolding. Übungen am »Hörndl« sind immer spektakulär und gehören für die Männer zum Standardprogramm. Das schlechte Wetter an solchen Tagen leider auch. »Hauptsache es lohnt sich«, dachten sie. Sie zogen die Kapuze über den Kopf und führten die tropfnassen Seile durch die Sicherung. »Zeig mir das noch einmal«, sagte der Kameramann. Na gut, wenn es unbedingt sein muss. Es wurde kalt.

So ähnlich lief sie ab, eine der Schlüsselszenen für die Dreharbeiten der Bergwacht Ruhpolding mit dem Bayerischen Fernsehen im August. Die Bergretter sind neben den Höhlenrettern aus dem Frankenjura Protagonisten einer TV-Reportage namens »Abenteuer ist nicht lustig!«, die am Montag um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen läuft.

Und dann gab es einen richtigen Einsatz...

Eine der Hauptpersonen im Film ist Schreinermeister Sebastian Steinbacher, der den Bergwacht-Piepser permanent am Hosenbund trägt. Bei fast jedem Alarm lässt er die Arbeit liegen und rückt zum Einsatz aus. Wie stark die ehrenamtliche Tätigkeit als Bergretter den Alltag des Familienvaters prägt, zeigt diese Anekdote von den Dreharbeiten: Als das Kamerateam die Ausrüstung zur Pause weglegt, erreicht Sebastian Steinbacher plötzlich eine richtige Alarmierung. Binnen Sekunden springen alle auf, bei laufender Kamera geht es zum Einsatzort an der Traun. Was dort passiert, erleben die Fernsehleute hautnah mit.

Daneben nimmt die Reportage den Zuschauer mit zum Klettersteig am Hausbachfall in Reit im Winkl. Der erste Klettersteig im Chiemgau ist vom Auto aus in einem superkurzen Zustieg zu erreichen und lockt so viele Klettersteigneulinge zu Experimenten am Fels. Im Film hängt sich der Moderator selbst ans Drahtseil und erlebt, wie schnell man sich am Berg selbst überschätzt.

Als Höhepunkt der dreitägigen Dreharbeiten organisierte die Bergwacht für das Kamerateam eine große Übung an der Hörndlwand samt komplettem Rettungs-Szenario: Vom Übungsalarm über die Material-Schlepperei zur Hörndlhütte bis zur Bergung durch die senkrechte Wand bei Regen und Nebel. Rund ein Dutzend Bergwachtler half vor der Kamera mit, dem fünfköpfigen BR-Team entsprechende Bilder zu liefern. Wie es dort oben am »Hörndl« zuging, wie gefährlich so eine Bergung ist und warum die Leute von der Bereitschaft Ruhpolding trotzdem jederzeit helfen, all das zeigt der 45-minütige Beitrag »Abenteuer ist nicht lustig!« Größere Probleme während des Projekts gab es keine, abgesehen von einem kurzen Frust-Moment: Um die große Mannschaft samt Kamerateam schnell und sicher durch die Wand zu bringen, wurde tags zuvor ein Fixseil durch die Schmid-Kunz-Führe verlegt.

Als am Drehtag die ersten Leute aufsteigen wollten, war das Seil weg. Ein übereifriger Begeher hatte es abgebaut und samt Schlingen und Karabinern in eine Nische geworfen.