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Restvermögen ging an die Feuerwehr Matzing

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Die Freiwillige Feuerwehr Matzing bekommt das Restvermögen des aufgelösten Brandunterstützungsvereins. Unser Bild zeigt (vorne von links) die Feuerwehr-Vorstandsmitglieder Markus Huber, Martin Köpplreiter, Robert Niedl, Kommandant Florian Ettmayr und Vorsitzenden Matthias Lamers sowie die drei Liquidatoren des Brandunterstützungsvereins, Sepp Wiesholler, Michael Pawlitschko und Thomas Reitmaier, bei der Scheckübergabe; im Hintergrund weitere Obmänner des Vereins. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Der Privat-Unterstützungsverein bei Brandfällen Matzing besteht nicht mehr. Wie in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr beschlossen, wurde der Verein inzwischen aufgelöst. Das Restvermögen in Höhe von 2170 Euro ging an die Freiwillige Feuerwehr Matzing. Der entsprechende Scheck wurde jetzt übergeben.


Erste Aufzeichnungen über den Verein, der seinen Mitgliedern bei Brandfällen rasch und unbürokratisch half, gehen auf das Jahr 1920 zurück. Nach nunmehr fast 100 Jahren ist der Verein allerdings nicht mehr zeitgemäß und kann nicht mehr auf die Art und Weise helfen, wie es früher üblich war. Aus den alten Büchern geht hervor, dass betroffene Bauern im Falle eines Brandes von den übrigen Mitgliedern sofortige Hilfe in Form von Futter für das Vieh, Holz für den Wiederaufbau sowie Eier, Butter und andere Lebensmittel für die Personen erhielten. Auch wurde gemäß einer festgelegten Klassifizierung der Mitglieder im Schadensfall Geld eingezogen und an die Geschädigten weitergeleitet. Seit rund zehn Jahren unterliegen Brandunterstützungsvereine jedoch dem Versicherungsgesetz und gelten als kleine Versicherungsunternehmen. Während in früheren Zeiten viele Landwirte nicht brandversichert und auf diese Hilfe angewiesen waren, gibt es heute eine Pflichtversicherung für jedermann und niemand darf überversichert sein. Aus diesem Grund werden Leistungen des Unterstützungsvereins von der Summe, die der Hauptversicherer gewährt, abgezogen. »In der heutigen Zeit ist unsere Hilfe nicht mehr angesagt«, hob Thomas Reitmaier hervor, einer der drei vom Verein bestimmten Liquidatoren, die zusammen mit der Regierung von Oberbayern die Auflösung über die Bühne brachten.

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Der zuletzt noch rund 600 Mitglieder starke Verein hatte ein Einzugsgebiet, das weit über Matzing hinausging. 14 »alte« Gemeinden gehörten dazu wie Kammer, Ising, Hart, Freimann, Altenmarkt, Chieming, Nußdorf, Stein, Pierling, Truchtlaching, Traunwalchen und andere.

»Ein bisschen Wehmut ist schon dabei«, gestand Thomas Reitmaier nun am Ende einer langen Vereinsgeschichte. Da die Obmänner der einzelnen Orte im letzten Jahr auf ihre Aufwandsentschädigung und auch die Regierung auf eine Schlussrechnung verzichteten, waren noch 2170 Euro in der Kasse des Unterstützungsvereins. Wie in der Mitgliederversammlung voriges Jahr beschlossen, wurde das Geld jetzt an die Feuerwehr Matzing übergeben. Die Unterlagen und Jahrbücher des Vereins kommen ins Stadtarchiv Traunreut. Zum letzten Mal trafen sich die Obmänner bei der Spendenübergabe. Feuerwehr-Vorsitzender Matthias Lamers bedankte sich im Namen der Kameraden und betonte, dass die Wehr das Geld gut gebrauchen kann. mix