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Restaurierte Orgel feierlich eingeweiht

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Pater Augustin Butacu segnete die aufwändig restaurierte, altehrwürdige Orgel der Johanneskirche im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes. (Foto: Müller)

Grabenstätt. Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes segnete Pater Augustin Butacu die neu restaurierte, altehrwürdige Orgel in der Johanneskirche. Wie wichtig den Grabenstättern »ihre« Orgel ist, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass das Gotteshaus bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Orgel sei nicht nur die »Königin der Instrumente«, sondern könne auch »als Seele unserer Pfarrgemeinde« angesehen werden, meinte Augustin.


Die Orgelpfeifen und die damit erzeugten, facettenreichen Töne und Klangfarben verglich er mit den vielfältigen Gliedern einer Pfarrgemeinde. Als Pfarrer sei man gewissermaßen auch ein Orgelspieler, der seine Schäflein »in Rhythmus und Harmonie zusammenführen« müsse, resümierte Augustin. Bei der Gestaltung des Gottesdienstes standen ihm Josef Kreuzpointner, der von 1989 bis 2007 in Grabenstätt als Pfarrer wirkte, und Mitbruder Pater Gabriel zur Seite. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Kirchenchor unter der Leitung des Grabenstätter Organisten Matthias Wiesholler.

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Auf sein Betreiben hin hatte die Kirchenverwaltung 2007 den Beschluss gefasst, die Orgel im großen Umfang zu renovieren. Nach Abstimmung mit dem Erzbischöflichem Ordinariat und dem Landesamt für Denkmalschutz ging der Auftrag 2011 an die Pruttinger Orgelbau-Werkstätte von Willi Osterhammer. Weit über 1000 Arbeitsstunden hatte Osterhammer dann in die altehrwürdige Orgel gesteckt und mit viel Liebe zum Detail, Ausdauer und Herzblut dafür gesorgt, dass sie ihre einzigartigen Klänge wieder zur vollen Entfaltung bringen kann und – auch dank Kirchenmaler Christian Bauer – in neuem Glanz erstrahlt.

Lauter Applaus für die klangvollen Kostproben

Erste klangvolle Kostproben gaben Organist Wiesholler und der renommierte Münchener Orgelprofessor Karl Maureen schon während des Gottesdienstes, doch beim anschließenden Maureen-Konzert gingen den Besuchern dann endgültig die Superlative aus. »Unglaublich, was man aus so einer Orgel alles herausholen kann«, lautete nur eine der spontanen Kommentare, während lauter Applaus durch das Kirchenschiff schallte.

»Es macht mich stolz, wenn ich sehe, wie unsere Orgel nach eineinhalb Jahren zurückgekommen ist«, betonte Kirchenpfleger Maximilian Wimmer anschließend im Festzelt und bedankte sich bei allen, die das Gemeinschaftswerk mit auf den Weg gebracht haben. Mit der Finanzierung »sind wir noch nicht ganz am Ziel«, fügte er an. Ortsheimatpfleger Gustl Lex erinnerte unterhaltsam an die Anfänge der Orgel, die 1848 von Orgelbaumeister Josef Bohl aus Dinkelscherben bei Augsburg vollendet worden war – 14 Jahre nach dem ersten schweren Dorfbrand, dem nicht nur 57 Firste, sondern auch die Pfarrkirche zum Opfer gefallen war. Aufgrund des langsam voranschreitenden Pfarrkirchen-Neubaus habe sich erst 1846 die Frage nach der Innenausstattung gestellt, gab Lex zu bedenken. Die 1848 fertiggestellte Orgel überstand den zweiten verheerenden Dorfbrand 1862 unbeschadet und fand schließlich Ende des 19. Jahrhunderts in der Johanneskirche ein neues Zuhause.

Dorthin ist sie nun wieder zurückgekehrt. Der einzige, bei dem am Festabend auch ein wenig Wehmut aufkam, war Orgelbaumeister Osterhammer persönlich. Ein gutes Jahr lang hatte er sich intensiv mit der einzigen im Chiemgau erhalten gebliebenen Bohl-Orgel beschäftigt und jedes Bauteil, darunter fast 600 Orgelpfeifen, genau unter die Lupe genommen und wenn nötig generalüberholt. »Es steckt halt doch ein Stück der eigenen Persönlichkeit drin, wenn man so ein langwieriges Projekt abschließt«, meinte Osterhammer beim gemütlichen Zusammensein im Zelt.

Dorthin waren die Gottesdienstbesucher zuvor mit der Musikkapelle Grabenstätt an der Spitze gezogen. Der Erlös des Festes ist für die Finanzierung der Johanneskirchenorgel bestimmt. mmü

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