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Restaurierte Kreuzwegtafeln in Sparz gesegnet

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Annemarie Rappel und Lions-Präsident Wolfgang Stark enthüllten die Schilder des »Ernst-Rappel-Wegs«.

Traunstein. Der Kreuzweg nach Sparz trägt jetzt den Namen »Ernst-Rappel-Weg«. Nachdem der Traunsteiner Stadtrat auf Anregung des Lions Clubs Traunstein die Namensgebung beschlossen hatte, enthüllten jetzt Annemarie Rappel und Lions-Präsident Wolfgang Stark die Namensschilder. Anlass war die Segnung der Kreuzwegtafeln, die der Lions Club Traunstein an-lässlich seines 50-jährigen Bestehens mit Hilfe einiger Sponsoren hatte renovieren lassen, durch Dekan Georg Lindl. Zuvor hatte der Stadtpfarrer in der Sparzer Kapelle mit den Festgästen eine von der Bläsergruppe Schillinger musikalisch umrahmte Maiandacht gehalten.


Lions-Präsident Stark erklärte, man wollte zum Geburtstag nicht beschenkt werden, sondern selbst Freude bereiten. Anlässlich seines 25. Jubiläums habe der Lions Club der Stadt Traunstein den Rupertusbrunnen auf dem Maxplatz zum Geschenk gemacht. Vor zwei Jahren habe sich die Frage gestellt: Was machen wir zum 50-jährigen Bestehen? Einen entsprechenden Hinweis auf den Kreuzweg Sparz habe er von Richard Kraft, dem Vorsitzenden des Fördervereins Alt-Traunstein, bekommen, der den Kreuzweg 1986 hatte restaurieren lassen.

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»Bestärkt wurden wir bei der Wahl dieses Projekts zudem dadurch, dass unser Lions-Mitglied Ernst Rappel als akademischer Maler und Bildhauer die Bilder des Kreuzwegs 1959 und 1986 restauriert hatte, sodass damit auch bei unseren Clubmitgliedern eine starke Affinität zum Kreuzweg Sparz hergestellt werden konnte«, so Stark. Nach dem positiven Clubvotum, der Zustimmung seitens Dekan Lindl und der Stadt, umfangreichen Besichtigungen und Gesprächen mit dem Landesamt für Denkmalpflege sowie der Gewinnung der Traunsteiner Steinmetzfirma Weinmann und von Kirchenmaler Michael Stein aus Inzell sei das Vorhaben nach eineinhalb Jahren vollendet worden.

»Die Mitglieder des Lions Clubs Traunstein freuen sich über die gelungene Arbeit sehr, ist es doch durch diesen Beitrag wieder gelungen, zum Erhalt von Kulturdenkmälern in unserem schönen Traunstein beizutragen und mit der Namensgebung für den Kreuzweg einen bedeutenden Künstler unserer Region zu ehren und auf Dauer in Erinnerung zu behalten«, erklärte Stark.

Rappel prägte das Stadtbild künstlerisch

Zur Namensgebung »Ernst-Rappel-Weg« meinte der Lions-Präsident, Rappel habe nicht nur den Kreuzweg zweimal restauriert, sondern er habe mehr als 40 Jahre viele Orte des Chiemgaus mit seinen Bildern und Plastiken geprägt und damit unserer Heimat gewissermaßen ein künstlerisches Gesicht gegeben. Zahlreiche Arbeiten in und an Kirchen, Ämtern, Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten und Privathäusern hätten Rappel zu einem der anerkanntesten und renommiertesten Künstler in der Gegend werden lassen. »Besonders wir Traunsteiner dürfen stolz darauf sein, dass er unser Stadtbild künstlerisch wesentlich mitgeprägt hat«, so Stark.

Rappel wäre am 19. Mai 92 Jahre alt geworden. »Leider war es ihm nicht mehr vergönnt, die abermalige Restaurierung des Kreuzwegs Sparz mitzuerleben«, bedauerte Stark. Rappel war am 18. Januar 2013 verstorben. Im Vorfeld der Restaurierungsarbeiten habe er sich aber noch mit dem Kirchenmaler Michael Stein über seine damaligen Arbeiten ausgetauscht. Er habe sich sehr darüber gefreut, dass sein Lions Club die Restaurierung für das 50. Gründungsjubiläum ausgewählt habe.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke erinnerte daran, dass der Kreuzweg 1896 von Stadtpfarrer Heinrich Meixner gestiftet worden ist. Die Stationsbilder in den Kapellen stammten von dem Traunsteiner Maler und Heimatforscher Max Fürst. Rappel habe die Bilder zweimal erneuert. »Die Stadt Traunstein konnte ihm ein Denkmal setzen, indem sie den Kreuzweg nach Sparz nach ihm benannte.« Auch Kösterke wies auf die vielen Zeugnisse seines Schaffens in Traunstein hin. »Viele Gebäude in der Stadt sind von seiner Hand geprägt. Vielen Dank dem Lions Club für die Restaurierung und die Initiative für das bleibende Andenken an Ernst Rappel«, so der Oberbürgermeister.

Stadtpfarrer Georg Lindl dankte den Lions für ihre Zusammenarbeit und Kreativität. Für die Pfarrei St. Oswald sei es eine sehr angenehme Situation gewesen, denn die ganze Arbeit und Finanzierung sei vom Lions Club übernommen worden. Die Aktion zeige aber: Kultur hat Platz hier, Kirche hat Platz hier. »Es ist gut, dass es solche Privatinitiativen gibt. Ihr Tun ist ein Segen«, lobte Lindl die Lions-Mitglieder. Bjr