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Rentnerehepaar getötet

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Traunstein – Der Einbrecher fühlte sich gestört. Am helllichten Tag wollte er das Haus in aller Ruhe nach Diebesgut durchsuchen, doch er fand nichts. Als sich der Mann gerade den Keller vornahm, kamen die Eigentümer der Villa heim – und der Einbrecher wurde zum Mörder. So zumindest sieht es die Staatsanwaltschaft und klagte den Ex-Wachtmeister an. Vom morgigen Donnerstag an muss sich der 58-Jährige wegen zweifachen Mordes vor dem Traunsteiner Schwurgericht verantworten.


Die Ermittler werfen dem Ruhestandsbeamten vor, die Eheleute am Pfingstmontag des vergangenen Jahres in deren Ferienhaus in Aschau getötet und ausgeraubt zu haben. Und es soll nicht der einzige Überfall gewesen sein: Auch für eine räuberische Erpressung im November 2013 in Brannenburg muss sich der frühere Wachtmeister nun verantworten.

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Einst beaufsichtigte er Gefangene, seit fast acht Monaten sitzt er selber in Untersuchungshaft. Der 58-Jährige war wenige Tage nach dem Mord an dem 90 Jahre alten Arzt und dessen 25 Jahre jüngerer Ehefrau gefasst worden. Erst auf Druck der Polizei verriet er das Versteck, in das er die Leichen gebracht hatte – ein Waldstück am Samerberg. Bei den Vernehmungen soll er sich auch zu Details der Tat geäußert haben, hieß es in Ermittlungskreisen.

Laut Anklage forderte der Ex-Wachtmeister an jenem Feiertag von den Eheleuten die Herausgabe der EC-Karte samt PIN. Eingeschüchtert von den Drohungen schrieb der 90-Jährige die Geheimzahl auf einen Zettel und gab das Papier dem Räuber. Doch dann wehrten sich die Opfer gegen die Bedrohung. In einem Handgemenge stürzte die Frau zu Boden.

Der mutmaßliche Täter erschlug – so die Anklage – daraufhin die 65-Jährige mit einem Dachgepäckträger, mit dem er sich zuvor gewaltsam Eintritt in das Haus verschafft hatte. Den alten Mann erstach er mit einem Küchenmesser, das er in einem Rucksack mitgebracht hatte. Einen an der Tat Unbeteiligten ließ er an den Tagen nach dem Doppelmord in Rosenheim unter einem Vorwand an zwei Geldautomaten jeweils 2000 Euro vom Konto der Opfer abheben.

Schon im Herbst 2013 soll der Angeklagte in Brannenburg eine Frau und deren Mutter in ihrer Wohnung überfallen und die Herausgabe der EC-Karte samt PIN erzwungen haben. Auch dabei untermauerte er seine Drohung mit einem Küchenmesser. Vor seiner Flucht musste die Frau eine Flasche mit milchiger Flüssigkeit leer trinken. Es soll sich um ein Beruhigungsmittel gehandelt haben.

Der Traunsteiner Schwurgerichtsvorsitzende Erich Fuchs will im Prozess mehrere Sachverständige und zahlreiche Zeugen hören. Das Urteil soll nach fünf Verhandlungstagen dann am 5. März verkündet werden. dpa