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Rekordergebnis bei Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge

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Bei der  Jahreshauptversammlung wurden Franz Fenninger (von links), Heinrich Siglbauer und Klaus Poller  als Vorstandsmitglieder  der  Krieger-  und  Soldatenkameradschaft  St.  Leonhard  bestätigt. (Foto: Aßmann)

Wonneberg – Keine personellen Veränderungen gab es bei den Neuwahlen der Vorstandschaft der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) St. Leonhard. Franz Fenninger wurde bei der Jahreshauptversammlung ebenso einstimmig wiedergewählt wie sein Stellvertreter Heinrich Siglbauer, Schriftführer Klaus Poller und Kassier Christian Dumberger.


Franz Fenninger erinnerte an ein aktives Jahr: So nahmen die KSK-Mitglieder an der Fronleichnamsprozession, dem Leonhardiritt, den Jubiläen von Kirchenchor und Blaskapelle sowie an der Verabschiedung von Alt-Bürgermeister Josef Mayr teil. Darüber hinaus waren Abordnungen beim 140. Gründungsfest der Veteranen und Reservisten Weildorf, bei der Gedenkfeier an der Kampenwand sowie bei der Gauversammlung der Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Rupertigaus.

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Dass die KSK-Mitglieder auch sportlich sind, bewiesen sie bei den Vereinsmeisterschaften im Kleinkaliberschießen und Stockschießen sowie beim Drei-Vereine-Schießen mit den Vereinen aus Surberg und Neukirchen. Außerdem installierten die Vereinsmitglieder die neue Beleuchtung am Kriegerdenkmal; die Gemeinde stellte das Material dafür bereit.

Kleine Verdienste mit großer Wirkung

Heinrich Siglbauer informierte über die Finanzen. Der Jahresabschluss wies ein Minus auf. »Das liegt daran, dass die bei der letzten Jahreshauptversammlung beschlossene Beitragserhöhung erst in der nächsten Jahresrechnung Berücksichtigung findet«, so Siglbauer. Stolz vermeldete er bei der Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein neues Rekordergebnis in Höhe von 1869 Euro.

Großes Lob gab es für die Sammler Heinrich Siglbauer, Franz Wurm und Peter Heinrich. »Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Gemeinde mit 1500 Einwohnern ein Sammelergebnis für die Kriegsgräberfürsorge von mehr als 1800 Euro erbringt«, betonte Franz Fenninger. Der Vorstand dankte ferner allen, die sich für den Verein einsetzen. »Es sind oft kleine Dienste – aber mit großer Wirkung«, bekräftigte er.

Bürgermeister Martin Fenninger dankte der KSK für die gute Zusammenarbeit: »Der Verein hat zwei wesentliche Aufgaben in der Gemeinde: Die Gesellschaftspflege und die Erinnerung an die beiden Weltkriege wach zu halten, damit sich solche Katastrophen nicht wiederholen.« Für das nächste Drei-Vereine-Kleinkaliberschießen stellte der Bürgermeister die Spende eines neuen Pokals in Aussicht.

Martin Fenninger trat an den Vereinsvorstand mit der Bitte heran, künftig auch Bürger als Mitglieder aufzunehmen, die nicht in der Bundeswehr gedient haben. Auf diese Weise könne der Nachwuchs gefördert und der Erhalt des Vereins nachhaltig gesichert werden, gab der Bürgermeister zu bedenken. Vorstand Franz Fenninger entgegnete, in Ausschuss und Vorstand habe man dieses Thema bereits mehrfach diskutiert. »Aber die Erfahrung bei anderen Krieger- und Soldatenkameradschaften, die ihre Zugangsvoraussetzungen bereits gelockert haben, zeigt, dass sich die jungen Burschen trotzdem lieber den Burschenvereinen anschließen.« Fenninger kündigte aber an, sich in den Vereinsgremien noch einmal Gedanken zu diesem Thema machen zu wollen.

Heinrich Siglbauer hielt einen bewegenden Vortrag über die Gefallenen der Gemeinde im Ersten Weltkrieg. »Sie sind meist völlig in Vergessenheit geraten. Ich möchte ihnen mit meinem Vortrag ein Gesicht geben«, erklärte er. Acht Familien hätten zwischen 1914 und 1918 gleich mehrere Söhne verloren, wie beispielsweise die Familie Lechner, deren vier Buben nicht mehr heimkehrten. Siglbauers Opa, Martin Schneckenpointner, wurde als vierfacher Familienvater am ersten Tag der Mobilmachung einberufen. Er starb 1917 im Lazarett.

»Das darf sich niemals wiederholen«

»Die Verluste in der Gemeinde Wonneberg waren mit 30 Prozent überproportional hoch«, erläuterte Siglbauer. Viele Soldaten seien in Massengräbern verscharrt worden. Siglbauer erinnerte aber auch an die zwölf Gemeindebürger, die viele Jahre in Gefangenschaft ausharren mussten. »Der Einsatz von Giftgas, der Minen-, Luft- und Gebirgskrieg waren völlig neue Erscheinungen und sorgten für kolossale Verluste und unvorstellbares Leid. Das darf sich niemals wiederholen«, so der Stellvertretende KSK-Vorstand in seinem Schlusswort. mia