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Reit im Winkler spendeten 41 500 Euro

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Bei der Scheckübergabe in Kössen mit dabei waren der Reit im Winkler Bürgermeister Josef Heigenhauser (von links), der Unternehmer Gerhard Trattler, die Leiterin des Reit im Winkler Kirchenchores Suzanne Calbro-Schmuck und der Kössener Bürgermeister Stefan Mühlberger. (Foto: Ostermaier)

Kössen. Er sei in den letzten Wochen gleich zweimal »absolut überwältigt« gewesen, erzählte Bürgermeister Stefan Mühlberger in seinem Büro im Kössener Rathaus und bezog sich dabei auf die teilweise dramatischen und aufwühlenden Ereignisse der vergangenen Wochen in seinem Tiroler Heimatort. Dort hatte er zunächst miterleben müssen, wie große Hochwassermassen rund 350 Wohnhäuser teils meterhoch unter Wasser gesetzt hatten. Auch zahlreiche Betriebe wurden durch das Wasser der Großache und dem mitgeführten Schlamm schwer in Mitleidenschaft gezogen.


Dann aber setzte von den umliegenden Ortschaften eine breite Welle an Solidarität und Hilfsbereitschaft ein, die ihn »mehr als überraschte« und ihn neuerlich überwältigte. Dabei bezog er sich auch auf die Hilfe aus dem bayerischen Nachbarort Reit im Winkl, von wo aus sich nun Bürgermeister Josef Heigenhauser aufmachte, um einen Spendenscheck zu überbringen.

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Genau 41 500 Euro hatten die Reit im Winkler in den vergangenen Wochen allein an Geldspenden aufgebracht. Die größte Einzelspende mit 5000 Euro stammte dabei von einem örtlichen Unternehmen, der Trattler GmbH, 2000 Euro spendete der Kirchenchor. Deren Chorleiterin Suzanne Calabro-Schmuck Leiterin sowie Gerhard Trattler begleiteten Bürgermeister Heigenhauser jetzt zur Scheckübergabe.

Man sei noch dabei, erläuterte der Kössener Bürgermeister Stefan Mühlberger den Gästen aus Reit im Winkl, die genaue Schadenssumme zu bilanzieren. Derzeit geht er von insgesamt rund 45 Millionen aus: »Das ist aber eher die untere Grenze.« Mittlerweile lasse sich aber im jetzigen Straßenbild kaum mehr erahnen, wie katastrophal sich vor knapp drei Wochen die Situation in etlichen Teilbereichen des Tiroler Tourismusortes nach dem Hochwasser darstellte.

Aber genauso schnell, wie dieses Hochwasser wieder verschwand, setzte die Hilfe für den Tourismusort ein: Spontan kamen auch aus Reit im Winkl viele Helfer nach Kössen um überall dort anzupacken, wo es notwendig war und ergänzten damit das Heer von bis zu 500 Helfern, die fast zwei Wochen mit den gröbsten Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Hilfe aus Reit im Winkl kam aber auch in Form von Sach- und Lebensmittelspenden.

Der vorläufig letzte Teil dieser Nachbarschaftshilfe wurde also jetzt in Form der Scheckübergabe geleistet, wobei viele Bürger dabei gleich 1000 Euro beigesteuert hatten. Selbst die Schulkinder der örtlichen Grundschule wollten sich an der Spendenaktion beteiligen, sie sammelten 454 Euro. Als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit, als Symbol für das Werden und Gedeihen überbrachte die Reit im Winkler Delegation den Kössenern aber nicht nur Geld – sondern auch einen jungen Apfelbaum.

In diesem Rahmen wurde abschließend auch bekannt, dass der Reit im Winkler Männergesangsverein zusammen mit dem Kirchenchor und der Musikkapelle am Freitag, 5. Juli, um 20 Uhr im Festsaal ein Benefizkonzert zugunsten der Kössener Hochwassergeschädigten geben wird. ost