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Reit im Winkl konnte 990 000 Euro Schulden abbauen

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Reit im Winkl. Auf über neun Millionen Euro erhöht sich das Volumen des Verwaltungshaushaltes der Gemeinde Reit im Winkl für das laufende Jahr. Es ist damit um knapp 300 000 Euro höher, als es zum Zeitpunkt der Haushaltsaufstellung vor genau einem Jahr geplant war. Der Gemeinderat genehmigte den Nachtragshaushalt einstimmig in seiner jüngsten Sitzung.


Der Vermögenshaushalt sank um 23 000 Euro auf rund 2 058 000 Euro. Aufgrund der unverhofft hohen Einnahmen gelang es heuer, die Schulden um eine weitere Sondertilgung zu mindern, genau um 257 000 Euro; eigentlich wollte man die Verbindlichkeiten erst im kommenden Jahr um diese Sondertilgung verringern. Zweiter Bürgermeister Andreas Heigenhauser bezeichnete diese Entwicklung als eine »gewaltige Leistung«, denn: »Trotz Investitionen können wir die Schulden in diesem hohen Maße zurückführen.«

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Wesentlichen Beitrag zur unerwartet günstigen Entwicklung auf der Seite der Einnahmen im Verwaltungshaushalt leisteten drei gravierende Veränderungen: So stiegen die Einnahmen des Fremdenverkehrsbeitrages auf 660 000 Euro; veranschlagt waren hier 600 000 Euro. Bei der Zweitwohnungssteuer konnte die Gemeinde 250 000 Euro verbuchen; gerechnet hatte die Kämmerei mit 210 000 Euro. Die deutlichste Mehreinnahme erzielte die Gemeinde mit der Gewerbesteuer: Genau eine halbe Million Euro gedachte man zu erzielen, auf 675 000 Euro stieg diese Einnahme an.

»Für uns ist das ein sich selbst tragender Aufschwung«, wie Bürgermeister Josef Heigenhauser diesen für die Gemeinde unverhofften Geldsegen kommentierte, »wenn es den Bürgern finanziell gut geht, dann geht es auch uns gut.« Diese Entwicklung rechtfertige auch höhere Ausgaben: Am auffälligsten waren hier im Jahresverlauf die Investitionen in den Straßenunterhalt: Hier waren ursprünglich »nur« 50 000 Euro vorgesehen. Nun wurden für Sanierungen am Haselnussweg, an der alten Grenzstraße, der Blindauer Straße, dem Fellhornweg und dem Steinbachweg insgesamt 180 000 Euro ausgegeben.

In der Bilanzierung aller Ausgaben und Einnahmen erzielte die Gemeinde im Verwaltungshaushalt einen Überschuss von 301 700 Euro. Während der Sitzung wurde in mehreren Wortmeldungen deutlich, dass im Kreise der Räte überwiegend Einigkeit herrschte darüber, diesen Überschuss weitgehend zum weiteren Abbau der Schulden zu verwenden.

Beim Vermögenshaushalt waren drei Verschiebungen von Projekten in die kommenden Jahre nennenswert: die Anschaffung eines Löschfahrzeuges für die örtliche Freiwillige Feuerwehr, der vollständige Ausbau der Kinderkrippe und die Erschließung eines Abschnittes der Unterbergstraße. Nachdem diese Maßnahmen verschoben wurden, entfallen einerseits die dafür anfallenden Kosten. Allerdings können auch keine Zuschüsse verbucht werden, was den Vermögenshaushalt in seiner Bilanz verändert.

In Summe spiegle sich im Gesamtbild des Nachtragshaushalts die »sehr gute Entwicklung der vergangenen Jahre wider«, so das entsprechende Schreiben der Verwaltung, das den Gemeinderäten während der Sitzung vorgetragen wurde. Der Schuldenstand konnte 2013 inklusive der Sondertilgung um 990 000 Euro reduziert werden, wobei die Pro-Kopf-Verschuldung gleich um 400 Euro zurückging und am Ende des Jahres wohl nur noch gut 2200 Euro betragen wird. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei fast 3000 Euro. Damit beläuft sich der Gesamtschuldenstand der Gemeinde Reit im Winkl am Ende dieses Jahres auf 5 223 801 Euro. Vor genau zwei Jahren lag dieser Wert noch um über 1,8 Millionen Euro höher.

»Es tut gut, wenn man solch positive Entwicklungen vermelden kann«, so Bürgermeister Josef Heigenhauser in der Sitzung. Die Gemeinderäte stimmten dem Rathauschef schließlich zufrieden und mit erkennbarem Stolz zu. ost