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Reiseverhalten der Gäste hat sich geändert

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Inzells Bürgermeister Hans Egger dankte allen, die den Tourismus in Inzell voranbringen, und brach eine Lanze für die Pistenraupenfahrer, die die Inzeller Loipe präparieren. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Bayern ist ein sehr beliebtes Tourismusziel – das wurde beim Inzeller Tourismusabend deutlich. Allerdings hat sich das Reiseverhalten der Gäste geändert. Es gibt kaum noch den Urlaub drei Wochen am Stück, sondern die Urlauber verteilen ihre freien Tage auf mehrere Kurzurlaube. Da muss man mit der Zeit gehen, will man weiter mit im Geschäft bleiben.


Der Geschäftsführer der Inzeller Touristik GmbH (ITG), Gerhard Steinbacher, nannte zunächst die Übernachtungszahlen des vergangenen Jahres, die mit über 600 000 um drei Prozent (17 665 Übernachtungen) gegenüber 2015 angestiegen sind. Die Gästeankünfte stiegen mit 124 083 (+3,85 Prozent) so hoch wie noch nie in Inzell. Der stärkste Monat war wieder der August mit knapp 100 000 Übernachtungen, was bei dem angenehmen, warmen Sommer auch nicht sehr verwunderlich ist. Die Auslastung der Betten liegt bei 35,5 Prozent und die Aufenthaltsdauer der Urlauber liegt bei knapp fünf Tagen.

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Viele hochwertige Veranstaltungen locken

Eine Steigerung der Gäste ist auch sehr stark den vielen hochwertigen Veranstaltungen geschuldet. Profitieren konnte Inzell hier auch von dem von Oberhof nach Ruhpolding verlegten Biathlonweltcup. Hinzu kam das Sommereis im Juli, wodurch wieder sehr viele Sportler in Inzell für längere Zeit übernachteten. Ein kleiner Dämpfer war der Monat Dezember, der nicht ganz die Erwartungen erfüllte. Die wesentlichen Gründe hierfür waren die Feiertagslage und er ausbleibende Winter. Insgesamt fällt der Rückblick aber sehr positiv aus und auch die Aussichten für 2017 sind erfreulich, auch wenn der Wegfall des Sommereises sicher negative Auswirkungen auf die Übernachtungszahlen in Inzell haben wird.

Bei der Herkunft der Gäste in Inzell hat sich wenig verändert. Bayern (24,3 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (15,9 Prozent) stehen an der Spitze. Baden-Württemberg und Hessen folgen mit 9,8 bzw. 6,7 Prozent. Der Anteil von ausländischen Meldungen liegt bei 13,1 Prozent. Davon sind knapp sieben Prozent niederländische Gäste.

Gastfreundschaft, Landschaft und Unterkunft

In diesem Monat findet in Berlin wieder die weltgrößte Reisemesse statt. Dort werden auch zahlreiche Reiseanlaysen und Studien vorgestellt. Unter anderem auch die Reiseanalyse 2017, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht ist. Aber auch der ADAC untersucht das Reiseverhalten und die Planungen bei den Urlaubsgästen. Dabei stellt sich heraus, dass Gastfreundlichkeit, Unterkunft und die schöne Landschaft entscheidende Parameter bei den Gästen sind. Für über 90 Prozent ist das sehr wichtig.

Gastfreundschaft steht also nach wie vor ganz hoch im Kurs bei den Urlaubsgästen. Dabei ist jeder in der touristischen Leistungskette ein Botschafter und hinterlässt Spuren bei den Gästen. Die Wahrnehmung der Gastfreundschaft setzt sich aus vielen einzelnen Mosaiksteinen zusammen, die letztendlich den Gesamteindruck ausmachen. Das umfasst die Gastgeber, die Gastwirte, die Touristinfo, die Verkäuferin oder einfach nur den Schüler, der von Gästen etwas gefragt wird. Also zu einer positiven Wahrnehmung können und müssen alle beitragen.

Inzells Bürgermeister Hans Egger dankte den Mitarbeitern der ITG, den Vermietern und allen, die sich für den Tourismus in Inzell einsetzen. »Ihr macht es mit Herzblut und das ist wichtig für Inzell. Die Gäste merken es, wenn man den Tourismus lebt«. Auch lobte er die Loipenpflege und die Pistenraupenfahrer, die in der Regel jeden zweiten Tag sechs Stunden die Strecke präparieren und ihre Sache mit Herzblut machen.

Mario Kljajic, der Projektleiter des Reservierungssystems IRS 18 stellte in einem sehr interessanten Vortrag dar, wie das Buchen der Gäste in der Regel abläuft. Interessante Daten verdeutlichten den Besuchern die jeweilige Urlaubsplanung. Wichtig dabei sei, dass die Vermieter auf den Buchungsportalen vertreten sind.

Wie sucht und bucht der Gast?

Gutes Bildmaterial ist dabei von sehr großer Bedeutung. »Hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen, denn ein gutes Bild ist der erste Eindruck, bevor die Leute dann das Durchlesen anfangen. Die Darstellung ist enorm wichtig im Gesamtpaket mit den Fotos, Texten, Videos, Preisen und Konditionen des jeweiligen Vermieters«, so Kljajic.

Es richtet sich alles nach Anforderungen der Gäste

Im Grunde richtet sich das Ganze nach den Anforderungen der Gäste und hier ist eine einfache Handhabung, die Übersichtlichkeit, Schnelligkeit, Vergleichsmöglichkeiten, die Bewertungen und eine sofortige Bestätigung von elementarer Bedeutung.

Bei den abschließenden Fragen der Besucher kam zur Sprache, dass eine Entscheidung über das Sommereis am besten vor Weihnachten publik gemacht werden sollte, wegen der anstehenden Buchungen für den kommenden Sommer und eine weitere Wortmeldung zielte darauf ab, dass Toiletten in der Nähe der Langlaufloipe wichtig seien. hw