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Reisen in Risikogebiete sind bis auf weiteres untersagt

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In Italien breitet sich das Coronavirus aus. In Mailand sind Fahrradfahrer mit Mundschutz unterwegs. Foto: dpa

Das Coronavirus breitet sich aus. Vor allem in Italien werden in diesen Tagen immer mehr Infektionen mit dem Erreger bekannt. Was südlich der Alpen vonstatten geht, bleibt nördlich von ihnen keineswegs unbemerkt. Spuren hinterlassen die Ansteckungen in Italien, wie eine Umfrage des Traunsteiner Tagblatts ergeben hat, auch im Landkreis Traunstein. Bürger nehmen davon Abstand, Urlaub in diesem Land zu machen. Firmen haben Reisen in Risikogebiete für tabu erklärt, Schulen überlegen, ob sie an den Plänen für den einen oder anderen Austausch festhalten.


Wie Susanne Bliemetsrieder vom Reisebüro Ticket-Easy in Traunstein erklärt, zeige sich eine deutliche Veränderung im Bereich der Kreuzfahrten. Einige Schiffsreisen in Italien seien von den Veranstaltern, was die Route betrifft, verlegt oder gar ganz gestrichen worden. Bei den Buchungen von Hotel-Urlauben sei keine deutliche Veränderung bemerkbar. Die Ticket-Easy Kunden bleiben laut Bliemetsrieder bezüglich Italienfahrten gelassen: Durchschnittlich nur eine von 100 Personen storniere den Urlaub.

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Nadine Heindel vom Büro Marx Reisen in Traunstein erzählt, das Interesse, an Reisen nach Italien teilzunehmen, sei zurückgegangen. Sie berichet von Reiserücktritten. So seien zum Beispiel einige Urlaube im Mai auf einen späteren Zeitpunkt verlegt oder gar storniert worden. Dieses Verhalten sei gerade bei älteren Personen feststellbar. Die Angst vor einer Infektion erhöhe sich im Alter bei sinkender Vitalität. Im Unterschied dazu habe sich das Reiseverhalten bei den jüngeren Kunden kaum geändert. Auch Heindel erzählt von Reedereien, die Kreuzfahrten im italienischen Raum umlegen und streichen.

Die Firma Brückner in Siegsdorf pflegt Kontakte auch zu Kunden in Italien. Nach Angaben des Kaufmännischen Leiters Stefan Neumann liegen sie jedoch nicht in Risikogebieten. Aktuell seien auch keine Mitarbeiter in Italien.

Neumann erläutert das Vorgehen, das die Firma in Sachen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus an den Tag legt: »Bei Brückner bleiben die allgemeinen Reiseaktivitäten so weit wie möglich reduziert.« Stattdessen sollten Video- und Telefonkonferenzen »verstärkt genutzt werden«.

Der Kaufmännische Leiter führt aus: »Wir halten uns vollständig an die Regelungen der Gesundheitsbehörden.« Für Besucher oder Heimkehrer aus Südkorea, Italien, Japan und auch den anderen betroffenen Regionen oder für Reisen dorthin gelte folgender Grundsatz: »So lange der betreffende Kunde oder heimkehrende Mitarbeiter nicht krank ist, oder keinerlei sonstige Krankheitssymptome zeigt, werden diese ganz gewöhnlich empfangen, beziehungsweise dürfen diese direkt im Büro arbeiten. Auch dürfen diese Regionen bereist werden.« Ausgenommen seien Kunden und Heimkehrer, die aus den definierten Risikogebieten anreisen wollen. Neumann: »Reisen in diese Gebiete sind bis auf weiteres untersagt.«

Ob Schüler des Chiemgau-Gymnasiums in Traunstein wie geplant zum Austausch nach Italien fahren, ist offen. »Derzeit können wir keine Aussage dazu treffen, ob beziehungsweise in welchem Rahmen unsere Austauschmaßnahmen in diesem Schuljahr durchgeführt werden können«, sagt stellvertretender Schulleiter Markus Gnad. »Wir müssen da die Entwicklungen beo-bachten. Vor allem müssen wir auch die Reaktionen und Empfehlungen der Gesundheitsbehörden sowie des Kultusministeriums abwarten.« pü

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