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Reinhard Laab ist neuer Leiter des Weißen Rings

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Reinhard Laab  (Zweiter  von rechts)  wurde  offiziell  in  das  Amt  eingeführt. Zur Feierstunde ins Landratsamt kamen (von links): Franz J. Pabst,  Landesvorsitzender  »Weißer Ring«  Bayern-Süd,  Klaus Steiner, Landtagsabgeordneter, und Landrat Siegfried Walch. (Foto: Artes)

Traunstein. Reinhard Laab ist der neue Leiter der Außenstelle Traunstein des Vereins Weißer Ring. Bei einer feierlichen Stunde im Sitzungssaal des Landratsamts Traunstein wurde er jetzt offiziell in sein Amt eingeführt.


Landrat Siegfried Walch war sehr erfreut darüber, dass die Feier im Landratsamt stattfand. »Die Politik befasst sich mit den Tätern, aber auch die Opfer sollten belichtet werden«, meinte er. Der Weiße Ring setzt sich seit 1976 für Kriminalitätsopfer ein, seit 1992 gibt es auch im Landkreis Traunstein eine Außenstelle. »Der Weiße Ring ist eine wichtige Einrichtung, die den Schutz der Opfer thematisiert. Der Verein ist dabei eine Ergänzung zur hervorragenden Polizeiarbeit im Landkreis«, so Walch weiter. Er ist »sehr stolz« darauf, dass Traunstein zu den sichersten Landkreisen in Bayern gehört. Im vergangenen Jahr wurden in unserer Region 7277 Straftaten verzeichnet, ein leichter Rückgang zu den Vorjahren, wie der Landrat mitteilte.

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Walch dankte auch dem bisherigen Außenstellenleiter Günther Klott, der eine »tragende Säule« des Vereins war, aber 2013 aus gesundheitlichen Gründen die Leitung niederlegte. Sein Nachfolger Reinhard Laab trete in »große Fußstapfen«. Man habe mit ihm einen »kompetenten und würdigen Nachfolger« gefunden, meinte der Landrat weiter.

»Jede Straftat ist eine zu viel«

Für Hans Peter Butz, Leiter der Kriminalpolizei Traunstein, ist die »Tätigkeit des Weißen Rings außerordentlich wichtig«. Schon in seiner Anfangszeit als neuer Leiter habe Reinhard Laab schwierige Fälle bearbeiten müssen. Butz kritisierte, dass Sicherheit zu oft als selbstverständlich hingenommen werde. Ist die Sicherheit in einem Gebiet erfüllt, wie im Landkreis Traunstein, so sei die Bevölkerung weniger motiviert, diese aufrechtzuerhalten. Jeder sollte, seiner Meinung nach, jeden Tag einen Beitrag zur Sicherheit leisten, denn »jede Straftat ist eine zu viel«. Man sollte den Blick nicht nur auf den Täter richten, vor allem Opfer wüssten oft nicht, welche Hilfemöglichkeiten es gebe. Er sieht den Ansatzpunkt der Mitarbeiter des Weißen Rings darin, dass sie sich »in die Opfer hineinversetzen.« Ziel sollte es sein, den Opfern die Hand zu reichen und sie aus ihrer Isolation und Sprachlosigkeit zu führen, so Butz weiter. »Ein stabilisiertes Opfer ist eher bereit, zur Polizei zu gehen.« Franz J. Pabst, Landesvorsitzender des Weißen Rings Bayern-Süd, ergänzte: »Unerwartete Hilfe ist manchmal sehr willkommen, aber die Hemmschwelle der Opfer ist sehr groß.«

Reinhard Laab selbst ist erst seit vergangenem Jahr beim Weißen Ring aktiv. Davor war Günther Klott 23 Jahre ehrenamtlicher Leiter der Außenstelle. »Es war eine sehr, sehr schöne Zeit«, resümierte er seine Arbeit. Seinem Nachfolger wünschte Klott, dass dieser die gleiche Unterstützung erfahre, wie er selbst.

»Er kam als Mitglied zu uns, dann wurde er verhaftet«

Grund für den Eintritt von Laab in den Verein war der Artikel »Er gab den Opfern von Gewalt eine Stimme« im Traunsteiner Tagblatt im Juli 2013 in dem Günter Klott über seine Arbeit sprach. »Als ich diesen Artikel gelesen habe, wusste ich, dass ich mich in diesem Bereich engagieren will«, sagte Laab bei der Feierstunde. Daraufhin entschloss er sich, dem Weißen Ring beizutreten. Franz J. Pabst, berichtete, dass Laab daraufhin verschiedene Fortbildungen und das Ausbildungsprogramm des Weißen Rings durchlaufen hatte. »Er kam als Mitglied zu uns, dann wurde er verhaftet«, so Pabst.

Schon in den ersten Monaten seiner Arbeit, Laab übernahm die Leitung bereits im März, hatte er erste Kontakte zu Menschen, die Opfer von Gewalt geworden sind. »Ich hatte bereits Kontakt zu Personen, die mit unserer Hilfe zurück in die Normalität finden können«, so Laab. Wichtig ist Laab auch die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen, um ein Netzwerk aufzubauen. jar