weather-image
20°

Regionales vermarkten

0.0
0.0

Teisendorf – Für 80 Prozent der Verbraucher ist das Motiv für den Kauf regionaler Produkte die Unterstützung der heimischen Landwirtschaft. Mehr als 60 Prozent sind bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen. Die Zahlen stammen aus einer Umfrage der Edeka Südbayern. Deren Geschäftsführer Hans Georg Maier erläuterte beim Kreisbauerntag des Berchtesgadener Landes im Braugasthof Alte Post in Teisendorf die Sicht des Lebensmittelhandels zum Thema Regionalität.


Maier informierte über den genossenschaftlichen Gedanken der Edeka. Mehr als 4000 selbstständige Kaufleute sind in sieben Genossenschaften organisiert. Die Handelsgruppe beschäftigt 328 000 Mitarbeiter und ist seit mehr als 100 Jahren am Markt. »Wir sind heute Deutschlands größter Vermarkter von Produkten aus der Region«, sagte Maier. Im September 2014 wurde die Regionalmarke »Edeka – mein Bayern« eingeführt. 68 Artikel von 36 Lieferanten sind in der Startphase im Angebot. Maier machte an Beispielen den Bezug zur Vermarktung regionaler Produkte deutlich.

Anzeige

In drei firmeneigenen Fleischwerken werden Schweine und Stiere verarbeitet, die ausschließlich aus Bayern stammen. Fast 70 Prozent würden Produkte mit einem Regionalgütesiegel bevorzugen und kaufen mehrmals im Monat regionale Erzeugnisse, mehr als die Hälfte einmal wöchentlich. Die wichtigsten Produkte sind Eier, Gemüse, Obst, Fleisch und Wurst.

Ein Blick in die Zukunft zeige, dass die Handelsgruppe ehrgeizige Ziele anstrebe. So sollen nicht nur Schweine- und Stierfleisch ausschließlich aus Bayern kommen, sondern auch Lammfleisch, Puten und Geflügel. Mit den regionalen Vermarktungsstrategien sollen unter anderem die bäuerliche Landwirtschaft gestärkt, traditionelles Lebensmittelhandwerk unterstützt, das Landschaftsbild erhalten und Arbeitsplätze gesichert werden.

In der kurzen Diskussion wurde deutlich, dass der Einzelhandel Discountware im Angebot haben muss, weil die Kunden sonst abwandern. Am Beispiel Milch wurde deutlich, wie minimal sich Preissenkungen auf den Geldbeutel der Kunden auswirken. Nach einer Statistik verbraucht jeder Bundesbürger pro Jahr 54 Liter Milch. Wenn nun ein Discounter den Milchpreis pro Liter um 10 Cent senkt, dann spart man 5,40 Euro pro Jahr. mh