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Reges Interesse an Mischgebiet in Gschwall

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Diese Straße erschließt die zwei Dreispänner, die rechts hinkommen werden. Davor werden die Garagen gebaut. (Foto: Mergenthal)

Inzell – Das Neubaugebiet in Gschwall nimmt Form an. Sämtliche Leitungen wurden schon verlegt und die Randsteine entlang der bereits als Weg angelegten Straßen angebracht. Einstimmig fasste nun der Inzeller Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für die zweite Änderung des Bebauungsplans »Gschwall Nord«, um die Planung den bereits eingegangenen ersten Anfragen anzupassen. Darüber hinaus zog Bürgermeister Hans Egger in der Sitzung trotz der hohen Anzahl der hier untergebrachten Asylbewerber – mittlerweile sind es 81 – ein positives Fazit der Asylsituation in Inzell: Bisher gebe es in der Gemeinde keinerlei Probleme mit den Asylsuchenden.


Derzeit laufen im Baugebiet Gschwall im Norden von Inzell die Vorbereitungen für die Asphaltierungsarbeiten. »In drei bis vier Wochen wollen wir asphaltieren«, verriet Bauleiter Darius Skrzypiec von der beauftragten Tenglinger Firma Oppacher auf Anfrage unserer Zeitung. Er hofft, dass das gute Wetter anhält. Danach stünden noch Restarbeiten an, sodass die Erschließung bis Jahresende abgeschlossen sei.

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Schon Interessenten für Grundstücke gefunden

Der Änderungsbereich enthält im Nordwesten sechs Parzellen mit zwei Reihenhaus-Dreispännern. Die ersten Verkaufsgespräche ergaben, dass die zugeordneten Flächen für Garagen und Parkflächen nicht bedarfsgerecht sind. Daher werden die Garagen vor die Gebäude gezogen. Auf den frei werdenden Flächen beidseitig der Dreispänner wird je eine neue Parzelle für ein Einfamilienhaus gebildet. Dafür müssen laut Geschäftsleiter Walter Neudecker nur die Allgemeinflächen reduziert werden. Im rechten Winkel zu diesen Häusern befindet sich im Nordosten des Änderungsbereichs eine Mischgebiets-Grundstücksreihe, wo Wohnhäuser und nicht störendes Gewerbe erlaubt sind. Bei fünf Grundstücken, von denen schon drei Interessenten gefunden haben, wurden die Größen den Erfordernissen angepasst.

Für ein sechstes, etwas größeres Mischgebietsgrundstück ganz im südöstlichen Eck des Areals hatte die Verwaltung eine Teilung anvisiert, um dort zwei Einfamilienhäuser zu bauen. Markus Maier (CSU) sah dies kritisch, da sich dieses Grundstück seiner Meinung nach wegen der Nähe zur Bundesstraße 306 für einen auf Werbung und Sichtbarkeit angewiesenen Gewerbebetrieb eignet. Da es für dieses Grundstück ohnehin noch keine Nachfrage gibt, wird es vorerst nicht geteilt.

»Sind wir mit der Erschließung im Zeitplan?«, wollte Wilfried Heß (SPD) wissen. Dies bejahte Bürgermeister Egger, ebenso wie die Frage, ob an den Dreispännern Interesse bestehe: Ein Grundstück sei verkauft und für ein zweites gebe es einen Kaufinteressenten.

Weiter wollte Heß wissen, ob für die Kinder in der neuen Siedlung ein sicherer Schulweg gewährleistet ist. Egger erläuterte, dass ein Fußweg von Serpentinen vom Baugebiet Richtung Bushaltestelle an der B 306 führe. Zur leichteren Überquerung der Bundesstraße solle 2016, wenn das Baugebiet fertig ist, ein Fahrbahnteiler gebaut werden.

Um in Niederachen zwei Wohngebäude als Verdichtung des bestehenden Baugebiets zu ermöglichen, wurde die erste Änderung des Bebauungsplans »Niederachen« auf den Weg gebracht. An einem Gebäude an der Prälat-Michael-Höck-Straße billigten die Gemeinderäte den Einbau von Büros im Obergeschoß.

81 Flüchtlinge leben derzeit in der Gemeinde

Wie der Rathauschef berichtete, befinden sich derzeit 55 Asylbewerber im Berghof, wo das Miteinander trotz der acht Nationen sehr gut funktioniere. 22 weitere sind in Fantenberg und vier seit kurzem an der Ecker Straße untergebracht. Egger lobte das Engagement der Ehrenamtlichen und den Landrat, der sehr darauf bedacht sei, dass die Last auf mehr Schultern verteilt werde. Wenn die Flüchtlingswelle so weiter gehe, müsse sich auch Inzell auf weitere Asylbewerber einstellen. Zunächst aber seien die Gemeinden gefordert, die noch gar keine oder weniger als 20 Flüchtlinge aufgenommen haben.

Auch Annelie Gromoll hatte Gutes zu berichten. In beiden Unterkünften wird werkstags täglich ein bis drei Stunden Deutsch unterrichtet, im Berghof von fünf unterschiedlichen Personen und in Fantenberg von vier. Ansonsten brächten sich wechselnd bis zu 15 Ehrenamtliche immer wieder ein. »Wir können noch Ehrenamtlichen-Unterstützung brauchen«, erklärte sie. Interessenten könnten sich im Berghof an die Regierung von Oberbayern (Telefon 08665/92 85 476) oder die Diakonie (Telefon 08665/92 86 800) sowie Monika Allerberger von der Gemeindeverwaltung wenden. vm