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»Reden und a guads Essen bringan d' Leit zamm«

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Füreinander kochen und gemeinsam feiern – das war die Idee von »Gemeinde International«, des ersten Treffens von Nußdorfer Bürgern und Asylbewerbern aus Eritrea und Syrien, die in der Gemeinde Nußdorf leben. Die Resonanz war überwältigend, der Pfarrsaal war überfüllt und konnte nicht alle Besucher fassen, die gekommen waren. (Foto: Theresa Volk)

Nußdorf – Neben frischen Dampfnudeln wurden in Olivenöl eingelegte Auberginen kredenzt, daneben mit Käse gefüllte Teigtaschen und ein afrikanisches Reisgericht mit Pilzen und Paprika. Ein großer Stapel arabisches Fladenbrot türmte sich in der Mitte des Tisches, ganz hinten Kuchen, kleine Windbeutel und Bayerisch Creme. Die Gäste von »Gemeinde International« in Nußdorf staunten über die vielen Köstlichkeiten aus aller Welt. Gemeinsam mit dem Helferkreis Asyl hatten die Flüchtlinge aus der Gemeinde viele Gerichte aus ihren Ländern zubereitet. Ein gemütlicher Nachmittag, um Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden – das war die Idee hinter »Gemeinde International«, einem ersten großen Treffen von Einheimischen und Flüchtlingen im Pfarrsaal.


Mehr als 100 interessierte Bürger waren gekommen, saßen eng aneinander gedrängt an langen Tischen und probierten sich durch das Büfett. Überall gab es angeregte Gespräche, egal ob auf Bayerisch, in gebrochenem Deutsch, Englisch oder in arabischer Sprache.

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Pastoralreferent Michael Kohl war begeistert von der großen Resonanz des ersten Nußdorfer »Gemeinde International«. Es sei ein spannendes Jahr gewesen, sowohl für die Flüchtlinge, die sich auf den weiten Weg nach Deutschland gemacht haben, als auch für den Helferkreis, der die Herausforderung angenommen habe, den Menschen ein neues Leben zu ermöglichen. »Der internationale Nachmittag ist hoffentlich ein Neubeginn und der Start in ein gemeinsames Unterwegssein«, so Kohl. Diesen Worten schloss sich 1. Bürgermeister Hans Gnadl an. Er sei stolz auf die Flüchtlinge in der Gemeinde, denn sie tragen einen großen Teil zum friedlichen und respektvollen Zusammenleben bei. Gnadl bedankte sich ausdrücklich beim Helferkreis für die engagierte, ehrenamtliche Arbeit und bei allen Köchen für das grandiose Büfett. »Ich hoffe auf noch viele weitere Begegnungen dieser Art«, so Gnadl. »Denn Reden und a guads Essen bringan d‘ Leit zamm.«

Die Veranstaltung wurde unter anderem finanziert durch Spenden aus dem Weihnachtskonzert von Ulrike Sigl und Claudia Lackner und dem Erlös der Manholdinger Klöpferlsänger. Pater Ionel Anghel, Leiter des Pfarrverbands, spendierte die Getränke.

Einige Flüchtlinge fingen an zu trommeln und zu singen. Junge Männer aus Eritrea spielten auf einem selbst gebauten Instrument, ähnlich einer Gitarre, und tanzten dazu. Die Gäste im überfüllten Pfarrsaal lauschten neugierig und klatschen mit. Viele der Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea leben seit mehr als einem Jahr in der Gemeinde Nußdorf. Auch sie waren begeistert von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Nußdorfer. Für alle Beteiligen stand am Ende eines guten, gemeinsamen Tages fest: Das war nicht die letzte Veranstaltung dieser Art. tv