Rechtzeitig Samen zum Keimen bringen

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»Auch im Winterquartier können wir ernten«, erklärt Breier. Rosmarin und Lorbeer stehen dort den ganzen Winter über zur Verfügung.

Noch ist es draußen frostig. Doch können es unsere heimischen Gartler kaum noch erwarten, in die neue Saison zu starten. Kreisfachberater Markus Breier gibt Tipps, was jetzt schon gemacht werden sollte.


Während der dunklen Jahreszeit sollten Blattgemüse wie auch Blattsalate erst mittags geerntet werden. Das gilt auch für Feldsalat, der selbst bei niedrigen Temperaturen den Winter über wächst. Aus dem Boden wird Nitrat als Nährstoff aufgenommen, das erst mit Licht im Laufe des Vormittags in den Blättern verarbeitet wird. Und zu viel Nitrat ist ja ungesund.

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Frisches von der Fensterbank

Frisches von der Fensterbank ergänzt jetzt mit Grün und Vitaminen winterliche Salate. Kresse lässt sich leicht ziehen – es reicht Küchenpapier als Basis. Da-rauf die in Wasser eingeweichten und aufgequollenen Samen der Kresse ausstreichen und regelmäßig ansprühen. Nach wenigen Tagen kann geerntet werden. Ähnlich einfach lassen sich Keimsprossen für den Salat gewinnen. Die Samen von Mungbohnen, Erbsen und anderem finden sich in Mischungen im Handel. Am leichtesten geht das Ankeimen mit Sprossen-Gläsern oder speziellen Schalen.

»Auch im Winterquartier können wir ernten«, erklärt Breier. Rosmarin und Lorbeer stehen dort den ganzen Winter über zur Verfügung. »Blüht der Rosmarin schon? Auch seine Blüten sind essbar!«

Wer draußen gefrorenes Gemüse erntet oder aus dem Gewächshaus holt, sollte es im nur knapp frostfreien Zimmer, in der Garage oder im Keller auftauen lassen. So bleibt es knackig und frisch. Besser ist die Ernte bei frostfreiem Wetter.

Bei frostfreiem Wetter kann man Löwenzahnwurzeln ausgraben, zu vielen gemeinsam in feuchtem Sand in einen Topf geben und bei 15 bis 20 Grad dunkel aufstellen. Die zarten, hellen Blätter entwickeln sich in Kürze und können eine gewisse Zeit lang geerntet werden. »Sie schmecken mild und bereichern winterliche Salate«, sagt Breier. Steht der Löwenzahn dagegen hell, werden die Blätter grün und bilden Bitterstoffe – und die sind gesund für die Verdauung. Jetzt kommen allerhand neue Kataloge rund um den Garten ins Haus. Darf es neues Gartenwerkzeug sein? Soll ein Gewächshaus die Anbaumöglichkeiten erweitern? Werden Beete umgestaltet? Der Jahresanfang bietet für die Planung mehr Zeit, weil im Garten relativ wenig zu tun ist. Größere Vorhaben sind gut zu überlegen und planen.

Bei der klassischen Fruchtfolge steht dieselbe Kultur nur alle vier Jahre auf einer Fläche, gibt Breier zu bedenken. Im ersten Jahr stehen Starkzehrer (Krautarten, Zucchini, Kürbis, Kartoffeln), im zweiten Jahr Mittelzehrer (Stangenbohnen, Kohlrabi, die meisten Salate, Lauch, Zwiebeln) und im dritten Jahr Schwachzehrer (Buschbohnen, Erbsen, Feldsalat, Spinat, Radieserl). Dann folgt Gründüngung. Mit vier Beeten rutscht der Anbauplan jedes Jahr einfach um ein Beet weiter.

Der Wechsel ist gut fürs Bodenleben, die Krankheitsvorbeugung und wirkt dem Auslaugen des Bodens entgegen. Eine Alternative dazu ist die Mischkultur, bei der unterschiedliche Pflanzen nebeneinander gesetzt werden, die einander positiv beeinflussen. Hier gehen die Empfehlungen teils deutlich auseinander. »Es gilt selber ausprobieren«, sagt Breier.

Die Krankheitsvorbeugung ist langfristig schwieriger, auch die Zuteilung der Nährstoffe und die Gefahr einer Überdüngung. Auch Kompost ist Dünger und enthält grob etwa gleich viele Nährstoffe wie Blaukorn (übliche Menge: Kompost drei Liter, Blaukorn 100 Gramm). Dafür fördert Kompost das Bodenleben, wirkt als Langzeitdünger und steigert die Wasserhaltefähigkeit des Bodens. Deshalb sind organische Dünger und Kompost im Garten immer von Vorteil.

»Jetzt im Januar schauen wir die alten Saatgut-Vorräte an. Welche Sorten haben sich bewährt? Was soll wieder angebaut werden? Gut überlegen und nach Neuheiten umschauen, dann macht die nächste Saison viel Freude«, rät Breier. Um die Keimfähigkeit alter Samen zu überprüfen, legt man einige Samenkörner auf feuchtes Küchenpapier und wartet. 80 bis 90 Prozent Keimrate sind gut, sonst müsse mehr gesät werden. Das ist wichtig, um genug Jungpflanzen zu ziehen. »Denken wir beim Saatgut auch an Besonderheiten und probieren Neues aus. Wie wäre es mit Erdbeerspinat, Auberginen, Mexikanischem Wegerich oder Inkawurzel?«

Frühe Aussaat bei Paprika und Chili

Viele Liebhaber schwören drauf: Ab Ende Januar werden Paprika und Chili ausgesät. Hierfür braucht es 20 bis 24 Grad zur Keimung, dann wird nach dem Pikieren kühler gestellt, damit sie bis zum Auspflanzen im Mai kompakt, aber gut wachsen. Hintergrund ist, dass Paprika und Chili anfangs sehr langsam wachsen und bis zur Pflanzung kräftig sein sollen. Professionell reicht die Aussaat aber auch noch im Laufe des Februar.

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