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Rechtspfleger auf der Anklagebank

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In der fingierten Hauptverhandlung des Jugendschöffengerichts mit Jugendrichter Dr. Michael Weigl sowie den »Schöffen« Constance Kretzschmar und Benjamin Härschel hört sich der wegen Drogendelikten »Angeklagte Herbert Huber«, in Wirklichkeit Benedikt Steinlehner (im karierten Hemd), mit seinem Verteidiger Michael Vogel (Rücken zur Kamera) die Aussage des »Polizeizeugen« Wolfgang Fiedler an, während Daniela Wimmer (links) das Sitzungsprotokoll führt. (Foto: Kretzmer)

Traunstein. Rund 240 Jugendliche aus vier Traunsteiner Schulen verfolgten am Dienstag einen fingierten Prozess des Jugendschöffengerichts mit Jugendrichter Dr. Michael Weigl unter dem Motto »Weiche Drogen, harte Strafen«. Diese inszenierte »Verhandlung« war ausschließlich Schülern des Annette-Kolb-Gymnasiums, des Chiemgau-Gymnasiums, der Reiffenstuel-Realschule und der privaten Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer vorbehalten.


Am heutigen Freitag um 10 Uhr haben – zum Abschluss der bayernweiten »Woche der Justiz« – auch andere Besucher Gelegenheit, sich das Prozessspiel im großen Schwurgerichtssaal anzusehen, bei dem mit Benedikt Steinlehner ein bei der Staatsanwaltschaft tätiger Diplomrechtspfleger als »Drogendealer« auf der Anklagebank sitzt.

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Ankläger ist der »echte« Staatsanwalt Markus Andrä, Verteidiger ist Michael Vogel, auch im wirklichen Leben Rechtsanwalt aus Traunstein. Dem Jugendrichter zur Seite sitzen als »Schöffen« Diplom-Rechtspflegerin Constanze Kretzschmar und Justizobersekretär Benjamin Härschel. Das Protokoll in der Verhandlung führt Justizsekretärin Daniela Wimmer. Schließlich gibt es noch einen wichtigen »Polizeizeugen«, den Staatsanwalt Wolfgang Fiedler verkörpert.

Wie Jugendrichter Dr. Michael Weigl im Gespräch mit unserer Zeitung betonte, geht es darum, eine realistische Verhandlung zu zeigen – »nicht das Gebrüll aus den Gerichtsshows in den Medien«. Der »Drogen«-Fall spielt in der Stadt Traunstein. Der Angeklagte »Herbert Huber« hat von seinem Lieferanten »Herrn Kiff« in Bahnhofsnähe 1500 Gramm Marihuana erworben und damit schwunghaften Handel mit Verkauf an mindestens zehn Abnehmer betrieben.

Im Foyer des Sitzungssaalgebäudes informieren zahlreiche Schautafeln über verschiedenste Themen aus der ganzen Justiz. Auch der Anwaltverein Traunstein hat einen Informationsstand. kd