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Rechtsextreme Straftaten in Salzburg geklärt

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Salzburg – Die Polizei hat im Mirabellgarten einen 39-jähriger Obdachlosen verhaftet, der für insgesamt 47 rechtsextreme Straftaten verantwortlich sein soll. Der Österreicher legte inzwischen ein Geständnis ab, darin räumte er unter anderem die Zerstörung des Euthanasie-Denkmals im Kurgarten ein.


Der Grund für seine nationalsozialistische Gesinnung ist laut Aussagen des Mannes die Tatsache, dass sein türkischer Vater die Familie verlassen hat. Zudem fühlt sich der Obdachlose gegenüber Flüchtlingen und Ausländern benachteiligt, obwohl er eine gesetzliche Mindestsicherung von 620 Euro pro Monat erhält.

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Rechte Straftaten hielten Salzburg seit 2013 in Atem

Eine Serie von rechtsextrem motivierten Straftaten hatte die Stadt Salzburg seit Ende 2013 in Atem gehalten. Am Kommunalfriedhof wurde das Widerstandsdenkmal beschädigt, Stolpersteine und die Synagoge wurden mit NS-Parolen beschmiert. Höhepunkt war die Zerstörung des Euthanasie-Denkmals im Kurgarten gleich neben dem Schloss Mirabell. Auch Transparente der daraufhin gegründeten Aktion »88 gegen Rechts« wurden immer wieder zerstört.

Eine Überwachungskamera im Mirabellgarten scheint dem 39-jährigen Österreicher jetzt zum Verhängnis geworden zu sein, die Polizei suchte bereits mit Hilfe von Fahndungsfotos nach dem Mann. Eine Polizeistreife entdeckte den Verdächtigen schließlich am 10. Juni um 4.30 Uhr im Mirabellgarten. Nach den ersten Vernehmungen gab der Mann insgesamt 47 Straftaten zu. Die Landespolizeidirektion Salzburg machte seine Festnahme erst gestern publik.

Den persönlichen Hintergrund des Obdachlosen schilderte der Leiter des Verfassungsschutzes, Karl Wochenmayr. »Der Mann ist in Deutschland geboren, hat eine österreichische Mutter und einen türkischen Vater«. Der Vater habe dann die Familie verlassen, seit diesem Zeitpunkt habe der damals Jugendliche einen Hass auf Ausländer aufgebaut und auch seinen türkischen Vornamen in einen deutschen ändern lassen.

Der Verhaftete ist in Hamburg, Köln und Dresden aufgewachsen, nach dem Abschluss der Mittleren Reife schaffte er allerdings keinen Berufseinstieg, sondern geriet wegen rechtsradikaler Aktionen mit dem Gesetz in Konflikt. 2010 verließ er Deutschland in Richtung Vorarlberg, dort versuchte er als Gerüstbauer Fuß zu fassen, 2013 kam der jetzt 39-Jährige schließlich nach Salzburg. Hier gelang es ihm nicht, einen Job zu finden, er wurde obdachlos.

Adolf Hitler ist sein Vorbild

In Salzburg richtete sich sein latenter Ausländerhass auch gegen Asylbewerber, da sie seiner Meinung alles gratis bekämen. »Der festgenommene Österreicher sieht sich als Deutscher, Adolf Hitler ist sein Vorbild, weil auch dieser obdachlos war und kein Österreicher sein wollte«, so Wochenmayr mit Details aus den Vernehmungen.

Nach der Festnahme des 39-jährigen Österreichers geht Polizeidirektor Franz Ruf davon aus, dass die Serie von rechtsextremen Straftaten damit zu Ende ist. Bereits vor dem 39-Jährigen wurden andere Einzeltäter ausgeforscht und zum Teil auch bereits abgeurteilt.

»Es gibt keine organisierte, rechte Szene in Salzburg, vielmehr handelt es sich um Einzeltäter, die voneinander nichts wissen«, ist der Salzburger Polizeidirektor Franz Ruf überzeugt. hud