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Rechenaufgabe für den Staudach-Egerndacher Gemeinderat

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Dem Einbruch im Gemeindeamt auf der Spur sind Bürgermeister (Bastian Starflinger) und Polizist (Hans Höger). (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach. Turbulent ging es beim Staudach-Egerndacher Starkbierfest im Gasthof »Mühlwinkl« zu, galt es doch, den »Einbruch im Gemeindeamt« aufzuklären. Die Heimatbühne hatte für das Fest einen Einakter einstudiert, der hervorragend auf die Fastenpredigt von Bruder Antonius (Anton Weiß) einstimmte.


Der Bürgermeister von Staudach (Bastian Starflinger) ist entsetzt, hat sich doch jemand an der Gemeindekasse zu schaffen gemacht. Er ermutigt seine Gemeinderäte (Manuel Kalweit, Simon Kalweit und Stefan Lentner), nachts nach dem Wirtshausbesuch noch einmal ins Gemeindeamt zu schauen. Zudem beauftragt er den Polizisten (Hans Höger), der gerne etwas zu tief ins Glas schaut, Wache zu halten. Der Gemeindearbeiter (Andi Strasser) ist etwas überfordert. Nachts überwältigt der Polizist schließlich alle, die sich scheinbar an der Kasse zu schaffen machen und sperrt neben dem Bürgermeister auch die Gemeinderäte und letztlich den vermeintlichen Dieb ein.

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Dass es tatsächlich in der Gemeinde etwas anders aussieht, wusste Bruder Antonius. Von der großen Politik, die eher wie eine Kabarettveranstaltung – man beachte die italienischen Wahlen – anmute, wechselte er zum »testosterongesteuerten« Peer Steinbrück über die kampferprobten Minister bis nach Bayern zur »CSU-Monarchie«. Ob aber Bieranzapfen alleine befähigt zu regieren, bezweifelte der Bruder.

In der eigenen Gemeinde scheint es keine gemeinsame Liste zur Kommunalwahl geben zu können, da sich die Gruppierungen in Geheimmanier treffen. Bei Entscheidungen sei der Gemeinderat keineswegs schnell entschlossen. So wurde lange debattiert, ob der Maibaum, der 2009 aufgestellt wurde und vier Jahre stehen kann, nun 2013 oder erst 2014 erneuert wird. Nach dem Beschluss, erst 2014 einen neuen Baum aufzustellen, fiel dem Bürgermeister ein, dass die vier Jahre doch schon 2013 vorbei seien. Er riet, dass nun zwölf Taschenrechner für die Gemeinderäte, einer für den Bürgermeister und ein weiterer für den Geschäftsführer angeschafft werden.

Im Namen des Denkmalschutzes beschwerte er sich, dass die »Soacherln« im Wirtshaus Mühlwinkl gegen neue Urinale ausgetauscht wurden, rief zum kollektiven Widerstand und für die Blumenrabatten auf. Auch pries Antonius Klaus Weissers Vielseitigkeit, wusste, dass dieser nun auch den Vorsitz der Röckefrauen wie auch des Sennerinnenfreundschaftsbundes übernommen habe.

Gleichwohl lobte Antonius Hermann Neumayer für dessen Geburtstagsbesuche, auch wenn diese mal einen Monat zu früh seien. Nachdem trotzdem die Bewirtung bei solchen Ankündigungen gut sei, schlug er vor, die Vorgehensweise in die Vereinssatzung aufzunehmen. Zur Kampfabstimmung um den Vorsitz des Pfeifenvereins meinte Antonius, diese sei nur zugunsten von Bauer ausgefallen, weil Perl in Unterwössen die auf dem Wagen chauffierte größte Pfeife der Welt in Brand setzte.

Der Theaterverein sei vor allem im Wirtshaus präsent gewesen und die Feuerwehr benötige dringend nach 36 Jahren ein neues Auto. Sparen könnte man sich dieses, so Antonius, wenn man stattdessen die Odelfässer der Bauern nütze. Damit würde sich auch das Ausbringen der Gülle auf den Feldern erübrigen. Einem Gentest, oder besser einem »Heimgehntest« musste sich ein Staudacher unterziehen, nachdem ihm eine Hausbank besser zusagte als das heimische Bett. Ihn freue es auch, dass es vier Vereinen nun nach 20-jähriger Planungszeit gelungen sei, einen Vereinsstadel zu bauen. Leider habe dabei ein Hauseck gleich zweimal gelitten. Zudem sei ein neues Baugebiet entstanden, das vor mehr als 25 Jahren eigentlich für den Bau eines neuen Kindergartens gedacht war. Er hoffe nun, dass viele junge Familien hier einziehen, damit zumindest der Wortsinn erhalten bleibe. tb