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Rauschbergbahn bekommt ein neues Tragseil

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Auf einer riesigen Rolle steht das 1830 Meter lange neue Tragseil zum Verzug bereit: Betriebsleiter Toni Geisreiter (links) und Geschäftsführer Roland Schnaitmann sind zuversichtlich, dass der Zeitplan bis zur Wiederinbetriebnahme der Rauschbergbahn eingehalten werden kann. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding. Im Dezember 1953 wurde nach einer Rekordbauzeit die damals »schnellste Seilschwebebahn Deutschlands« in Betrieb genommen. Seit dieser Zeit hat das Tragseil der Rauschbergbahn unzählige Fahrgäste in luftige Höhen gebracht. Jetzt, nach 59 Jahren, hat es ausgedient und muss durch ein neues ersetzt werden. »Ein gewaltiger Arbeitsaufwand, der durch Spezialisten aus Südtirol und unsere Leute durchgeführt wird«, sagte dazu Betriebsleiter Toni Geisreiter.


Der Grund für den Austausch ist nicht etwa ein Schaden am Seil, der die Sicherheit gefährden könnte, sondern die Seilreserven sind nach fast 60 Jahren aufgebraucht. »An der einzigen Stütze der Seilbahn entstehen Druck- und Biegebelastungen am Tragseil«, erkläre der Betriebsleiter. »Um diese auszugleichen, musste alle zwölf Jahre das Seil um zwölf Meter verzogen werden, so lang ist nämlich die Seilstütze«, fuhr er fort. »Dazu sind die Seilreserven da, die jetzt aufgebraucht sind.«

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Das neue Tragseil mit einer Länge von 1830 Metern ist bereits aus Italien angeliefert worden und steht auf einer riesigen Rolle zum Verzug bereit. Ein Gewicht von 19 Tonnen wird dabei zu bewegen sein. »Wenn es eingebaut ist, überwindet es wieder die Schräglänge von 1650 Meter«, so Geschäftsführer Roland Schnaitmann. »Wir investieren dafür rund 200 000 Euro. Davon entfallen auf das neue Tragseil 70 000 Euro.«

Um das neue Seil einzubauen, wurde es mit einem Verguss an das alte angebunden und soll mittels Winde nach oben gezogen werden. Der aufwändige Austausch sollte eigentlich am letzten Dienstag beginnen, das Wetter machte aber einen Strich durch die Rechnung, so der Betriebsleiter. »Wenn Schnee oder Raureif auf dem Seil liegt, können wir den Verzug nicht starten, da sonst im Notfall keine ausreichende Bremswirkung vorhanden wäre.« Der Einbau des neuen Tragseiles wird – wenn es dann die Witterung zulässt – voraussichtlich eineinhalb Tage in Anspruch nehmen. »Danach folgen noch viele Rückbauarbeiten, die bis zum 9. November abgeschlossen sein sollen.« Nach dem Seilaustausch erfolgt dann die Revision durch den TÜV. Ab dem ersten Weihnachtsfeiertag soll der normale Seilbahnbetrieb wieder aufgenommen werden. Wie Geschäftsführer Schnaitmann aber bereits ankündigte, soll bereits für die »Bergweihnacht auf dem Rauschberg« am ersten und zweiten Dezemberwochenende die Seilbahn vorläufig in Betrieb sein. Bis dahin ist aber noch viel Arbeit von den sechs Arbeitern des eigenen Rauschbergbahnteams und den vier Spezialisten der Firma Doppelmayr zu leisten. Dazu arbeiten sie täglich bis zu zwölf Stunden, um den Zeitplan einhalten zu können. hab

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