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Rauchdurchzündungsanlage wurde in Betrieb genommen

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Lodernde Flammen und Rauch an der Decke, die Atemschutzträger am Boden und in Hocke kauernd – so sieht es im Innern der Rauchdurchzündungsanlage aus, wo die Feuerwehrler unter sehr realistischen Bedingungen üben können. (Foto: Volk)

Übersee. Mehr als zwei Jahre der Planung und Realisierung wurden von den Feuerwehren im Landkreis geduldig ertragen – nun ist sie da, die neue Rauchdurchzündungsanlage (RDA). Die Aus- und Fortbildungsanlage für die Atemschutzträger wurde auf dem Gelände des Bauhofes in Übersee am Waldweg aufgestellt und montiert. Nun stieg erstmals Rauch aus der Übungs- und Trainingsanlage für die Floriansjünger auf.


Mit zwei großen Lastzügen wurde die Rauchdurchzündungsanlage von der Herstellerfirma in Creglingen in die Chiemseegemeinde transportiert. Mit einem großen Autokran wurden die Bauteile auf die vorbereiteten Fundamente aufgesetzt und zusammengebaut. Danach erfolgte die erste Probebefeuerung. Die Ausbilder wurden in die neue Anlage eingewiesen und absolvierten selbst die ersten Übungsläufe.

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Einen ganzen Tag nahm es in Anspruch, die Handhabung, Sicherheitshinweise und Befeuerungstipps zu besprechen und die Schulungsanlage genau kennenzulernen. Die Vertreter der Herstellerfirma International Fire & Rescue Training bestellten beim ersten Probebetrieb unter Beweis, dass die Anlage perfekt konstruiert wurde und fehlerfrei funktioniert.

Atemschutzträger sind bei fast jedem Löscheinsatz unverzichtbar. Ihr Einsatz ist aber auch besonders gefährlich. Die Feuerwehrler mit Atemmaske um Mund und Nase und mit Druckluftflasche auf dem Rücken sind häufig das Rückgrat der Löschmannschaften, weil sie aufgrund ihrer Spezialausbildung in verqualmte Räume vordringen, Menschen retten und Brandherde ausfindig machen können. Es gehört aber auch viel Mut und Selbstvertrauen in die eigene Ausbildung dazu, um in ein rauchgefülltes, brennendes Haus oder in einen Raum zu gehen, ohne zu wissen, was einen darin erwartet. Das bedeutet häufig ein Vortasten ohne jede Sicht. Meist sehen die Atemschutzträger nicht einmal ihre eigene Hand vor den Augen, so dicht ist der Rauch.

Um die 1500 Atemschutzträger im Landkreis Traunstein so gut wie möglich auszubilden und auf den Ernstfall vorzubereiten, hat sich der Kreisfeuerwehrverband Traunstein für die Errichtung der Rauchdurchzündungsanlage, der zweiten ihrer Art in Oberbayern, starkgemacht. Das berichtete Fachkreisbrandmeister Atemschutz, Christof Grundner, zu Beginn des Probebetriebes.

Kreisbrandrat Hans Gnadl würdigte die Gemeinde Übersee und die Feuerwehr Übersee für die großartige Unterstützung, ebenso den Landkreis Traunstein für die finanzielle Förderung des 110  000 Euro teuren Projektes. Der Landkreis Traunstein hat den Kauf und Betrieb der RDA mit 40 000 Euro unterstützt. Die neue Schulungsanlage ist nun betriebsbereit. In den nächsten Wochen und Monaten werden die Ausbilder weitere Trainingseinheiten absolvieren, um sich selbst fit zu machen. Im September sollen die ersten Lehrgänge für die Feuerwehren im Landkreis durchgeführt werden. pv