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»Rassistisches Gedankengut ist ein gefährliches Gift«

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Traunstein – Für die sogenannte grabenlose Kanalsanierung in der Königsberger Straße vergab der Stadtrat die Bauarbeiten. Erneut ausgeschrieben werden muss diese Leistung für die Obere Hammerstraße, da sich hierfür kein geeigneter Anbieter fand. Karl Schulz (CSU) betonte bei Wünsche und Anfragen, dass rassistisches Gedankengut ein gefährliches Gift sei. Dagegen sollte sich die Stadt wehren. Anlass seiner Äußerung war, dass die Gedenkstätte der Familie Holzer von Rechtsradikalen beschmiert worden war.


»Eine Sanierung ohne Bagger«

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Für einen Angebotspreis von rund 68 000 Euro bekam die Firma Swietelsky-Faber GmbH aus Saaldorf-Surheim den Zuschlag für die grabenlose Kanalsanierung in der Königsberger Straße. »Das ist eine Sanierung, die ohne Bagger vonstatten geht«, erklärte Andi Prams, der Sachgebietsleiter Stadtentwässerung, auf Nachfrage. Mit kleinen Robotern werde in den Kanal gefahren und überprüft, wo Schadstellen seien. Diese könnten dann mittels eines Schlauchs, der aufgepumpt werde und sich über die Schadstellen lege, wieder dicht gemacht werden.

Der Stadtrat stimmte einhellig zu, dass dies in der Königsberger Straße von der Firma Swietelsky-Faber übernommen wird. Die Leistungen für die grabenlose Kanalsanierung in der Oberen Hammerstraße werden noch einmal ausgeschrieben.

Einstimmig war auch der Beschluss, dass der Kanalunterhalt im Bereich des städtischen Kanalnetzes im kommenden Jahr von der Firma Swietelsky Bau GmbH in Traunstein übernommen wird. Die erforderlichen Mittel in Höhe von rund 163 000 Euro werden im Haushalt 2016 bereitgestellt.

Josef Hinterschnaiter (SPD) sagte beim Tagesordnungspunkt Wünsche und Anfragen, dass der Schlitz des Geldautomaten in der Rathaus-Tiefgarage so hoch oben sei, dass Rollstuhlfahrer nicht hinkommen würden. Oberbürgermeister Christian Kegel sagte zu, sich das anzusehen. Er betonte aber auch, »dass wir Barrierefreiheit sicher nicht überall hinbekommen werden«.

»Dauerbrenner Lambergstraße«

Dr. Christian Hümmer (CSU) sprach den »Dauerbrenner Lambergstraße« an. Er und Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) hatten das Thema bereits in den vergangenen zwei Stadtratssitzungen angesprochen. Sie wollten ein Parkverbot für Lastwagen in der Lambergstraße. »Ich war dort«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. »Die Lastwagen stehen nicht vor den Wohnhäusern, sondern vor der Firma Wernberger. Und irgendwo müssen sie ja hin«. Die Stadt könne nicht alle Parkflächen für Lastwagen sperren.

Karl Schulz (CSU) ging auf eine Polizeimeldung im Traunsteiner Tagblatt ein. Dabei ging es um die Gedenkstätte der jüdischen Familie Holzer, die von Rechtsradikalen beschmiert worden war. »Leider schon wieder«, betonte Karl Schulz. Die Täter sollten aber sehen, »dass wir ihre Tat nicht unwidersprochen lassen.« Es sei ihm deshalb wichtig, hier im Stadtrat öffentlich deutlich zu machen, «dass wir uns wehren gegen den düsteren, braunen Ungeist.« Rassistisches Gedankengut sei ein gefährliches Gift, das alle Werte zerstöre, die unser Land heute auszeichne. »Das wollen wir in Traunstein nicht haben, nie wieder«, betonte Schulz. KR

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