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Raser im Eichenweg: Anlieger fordern »Spielstraße«

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Schilder, wie »Vorsicht spielende Kinder«, scheinen die Autofahrer im Eichenweg in Matzing, in dem ohnehin nur 30 km/h gefahren werden dürfen, zu ignorieren. Ein Antrag der Anlieger auf Ausweisung eines verkehrsberuhigten Bereichs wurde vom Hauptausschuss aufgrund der örtlichen Gegebenheiten aber abgelehnt. (Foto: Rasch)

Traunreut. Dass der Eichenweg in Matzing als Anliegerstraße gekennzeichnet und auf 30 Stundenkilometer beschränkt ist, wird von Autofahrern wohl oft ignoriert. Die Anlieger beklagen sich vor allem über die »Raser«, die diese Straße gerne als »Schleichweg« benützen, um auf die B 304 zu gelangen. Ein in der Stadtverwaltung eingereichter Antrag der Anwohner, auf Ausweisung eines verkehrsberuhigten Bereichs, fand im Hauptausschuss aber keine Zustimmung.


Der Hauptausschuss befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Antrag, lehnte diesen aber aufgrund der »örtlichen Gegebenheiten« einstimmig ab. Eine in Frage kommende sogenannte »Spielstraße«, in der eine maximale Geschwindigkeit von sieben Stundenkilometer – Schrittgeschwindigkeit – zulässig wäre, würde einen nicht unerheblichen und nach Ansicht des Gremiums »illusorischen« Aufwand bedeuten.

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Um den verkehrsrechtlichen Anforderungen Rechnung zu tragen, müssten unter anderem speziell gekennzeichnete Flächen geschaffen werden, was wegen der geringen Straßenbreite aber gar nicht möglich wäre. Es sei denn, die Stadt erwerbe die Grundstücke inklusive der Häuser, hieß es aus Richtung der Verwaltung. Damit hatte sich auch die vorsichtige Anfrage von Johannes Danner (Bürgerliste), hinsichtlich des Erwerbs von Grundstücken, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, schnell erledigt.

In der Angelegenheit wurde auch die Polizeiinspektion Trostberg um eine Stellungnahme gebeten, der sich letztendlich auch das Gremium anschloss. Darin heißt es, dass aus polizeilicher Sicht aufgrund der derzeit bestehenden Beschilderung die Verkehrssicherheit der dortigen Anwohner gegeben sei. Der Eichenweg sei nur für die Anwohner freigegeben und dürfe nur mit 30 Stundenkilometer befahren werden. Hohe Geschwindigkeiten könnten nach Auffassung der Polizei schon wegen der Straßenbeschaffenheit nicht gefahren werden. Deshalb könnten die Aussagen der Antragsteller, dass in der Straße bis zu 80 Stundenkilometer gefahren werde, nicht objektiv getroffen werden.

Die Anlieger sehen dies aber etwas anders und werden täglich Augenzeugen vieler unvernünftiger Autofahrer. Die Kinder vor dem Haus spielen zu lassen, sei mittlerweile eine gefährliche Sache geworden. »Kaum hat man die Kleinen aus dem Haus geschickt, düst schon oft ein Raser mit 40 bis 80 km/h vorbei«, schreibt der Antragsteller in Vertretung der Anlieger. Die Tempo-30-Zone und die mehrmalige Beschilderung »Vorsicht spielende Kinder« sei nicht ausreichend beklagen die Anlieger in ihrem Schreiben und forderten die Stadt auf, im Eichenweg »endlich für Sicherheit zu sorgen.«

In einer Stellungnahme verweist die Verwaltung auch auf die Ergebnisse einer Geschwindigkeitsmessung im Eichenweg, die vom 15. bis 25. Mai dieses Jahres durchgeführt wurde. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Eichenweg von durchschnittlich 80 Fahrzeugen in einer Fahrtrichtung am Tag befahren werde. Die Durchschnittsgeschwindigkeit habe dabei bei 14 Stundenkilometer gelegen. »Dies zeigt, dass dort durchaus bedacht gefahren wird«, so die Folgerung der Verwaltung, die auch darauf verwies, dass die im Jahr 2006 durchgeführten Messungen im Eichenweg das Ergebnis der letzten Messungen bestätigen würden. ga