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Raritäten mit blankem Lack und Chrom

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Im Originalzustand befindet sich diese Moto Guzzi, Baujahr 1953 (rechts). (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach. Petrus muss ein Motorradfreund sein, denn zum Oldtimertreffen beim »Gasthof Mühlwinkl« war das Wetter am Pfingstmontag entgegen aller Prognosen erstaunlich gut. Da war sogar der Biergarten voll und die Oldtimerfreunde konnten ihre Schätze getrost zur Schau stellen.


Fein poliertes Chrom war ebenso zu sehen wie in Würde gerostete Karossen. Zu bestaunen gab es wunderschöne Gespanne, kleine Schnauferl und Motorräder, die schon fast mehr Elektrorädern glichen. Viele Besucher nützten die Gelegenheit, sich die schönen Oldtimermodelle anzusehen, von denen einige über 70 Jahre alt waren.

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Auch einige außergewöhnliche Modelle konnten bestaunt werden, wie die »Krauser Domani« mit einem 105 PS starken BMW-Motor. Dieses Gespann, das aus dem Rennsport für die Straße entwickelt wurde, ist zwar noch kein Oldtimer, da es aus dem Baujahr 1994 stammt, aber dennoch eine besondere Rarität. Wie Besitzer Thomas Stippel aus Petting erklärte, wurde die Maschine, die 200 km/h schafft, nur 70 Mal gebaut. In Deutschland gebe es gerade einmal noch sieben oder acht Stück dieser futuristisch anmutenden Beiwagenmaschinen. Durch Zufall habe er dieses Bike im Internet entdeckt und gekauft. Über den Wert dieser Anschaffung gab er keine Auskunft, meinte aber, dass man ganz schön tief in die Tasche greifen müsse.

Nicht gerade billig dürften auch weitere Schätzchen gewesen sein. Natürlich waren viele BMWs aus den verschiedensten Jahrzehnten zu sehen, aber auch etliche Italiener und Japaner. Willi Gutzeit, selbst Motorradliebhaber und Organisator des jährlichen Motorrad-Oldtimer-Treffens in Staudach-Egerndach, präsentierte ein paar weitere Prachtstücke, wie die ungarische Pannonia, Baujahr 1961 von Jakob Hintler aus Kössen. Nur 1,5 PS hat die Moto Guzzi, Baujahr 1953. Doch Fred Aigner aus Schleching ist die Freude am Fahren wichtiger als viele Pferdestärken. Ersatzteile für dieses 60 Jahre alte Modell zu kaufen, sei kein Problem und das gute Stück laufe immer noch zuverlässig, sagte er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Zu den ältesten Oldtimermaschinen zählte die Sachs, Baujahr 1937 mit 2,5 PS. Josef Geistanger aus Bergen kann dieses Schmuckstück im Originalzustand sein Eigen nennen.

Die Begeisterung der Oldtimerfreunde spiegelte sich in den auf Hochglanz polierten Lack- und Chromteilen wieder. Interessant war auch, mit welcher Liebe zum Detail diese Raritäten gepflegt werden. So konnte bei manchen Zweirädern sogar noch die Luftpumpe oder die Hupe im Original entdeckt werden. Die Maico M 151 wurde nur zwei Jahre von 1950 bis 1952 gebaut und hat eine Dreigang-Handschaltung. NSU-Krafträder und einige Militärmaschinen konnten in Augenschein genommen werden.

Noch mehr schöne alte Motorräder wird es beim 6. Motorrad-Oldtimer-Gleichmäßigkeitswettbewerb am Sonntag, 30. Juni ab 10 Uhr in Kössen-Bichlach, Tirol geben. Die Oldtimerfreunde Kaiserwinkl sind stets in Staudach-Egerndach beim Treffen vertreten. tb