weather-image
32°

Ramsauer fassungslos über "skrupellose Topmanager"

2.5
2.5
Bildtext einblenden
Foto: Axel Effner
Bildtext einblenden
Foto: dpa/Matthias Balk

Bis zu 290 Stellen will Osram am Standort Traunreut abbauen – der Konzern müsse Kosten sparen, heißt es; scharfe Kritik kommt von Peter Ramsauer und der IG Metall.


Osram Siteco Traunreut Jobs

Peter Ramsauer "völlig fassungslos"

Peter Ramsauer äußert scharfe Kritik am geplanten Stellenabbau. Der Vorsitzende des Bundestags-Wirtschaftsausschusses ist "völlig fassungslos" über die Skrupellosigkeit gewisser Topmanager, er wirft dem Osram-Siteco-Verbund Versagen im Management vor.

Anzeige

Auch die IG Metall äußert harsche Kritik am Vorgehen und der schlechten Kommunikation des Managments. In einer Versammlung des Betriebsrats am Dienstag sei noch alles in Ordnung gewesen, es wurden keine Probleme geäußert.

Traunreut mit anhaltend negativen Zahlen

Die Produktion in Traunreut solle durch die wegfallenden Stellen wieder wettbewerbsfähig gemacht werden, so der Leuchtenhersteller. Grund dafür seien vor allem die anhaltend negativen Zahlen. Schuld daran sind die Kostenstruktur in Produktion und Verwaltung sowie die Verlagerung der Nachfrage von traditionellen hin zu LED-Produkten. LEDs werden in weniger Arbeitsschritten produziert; daher ist ein geringerer Personalaufwand dafür nötig.

Osram will Bewerbungen von Mitarbeitern aus Traunreut für den Standort in Regenburg bevorzugt behandeln.

Erstmeldung, Dienstagnachmittag:

Der Lichtkonzern Osram will in den kommenden zwei Jahren Hunderte Stellen abbauen und damit Kosten sparen. In der Sparte mit Leuchtsystemen sollen vor allem am Standort in Traunreut bis zu 290 Stellen wegfallen. Entsprechende Informationen aus einer Mitarbeiterversammlung vom Dienstag bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. In Traunreut arbeiten bisher rund 800 Mitarbeiter, deutschlandweit sind es in der Sparte rund 1000.

Die Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern sollen nun aufgenommen werden. Die Produktivität im Geschäft mit Leuchten und Systemlösungen reiche nicht aus, erklärte der Sprecher. Wie viel der Umbau das Unternehmen kosten wird, sei noch nicht absehbar. In der Sparte bietet Osram Leuchtsysteme wie Straßenlaternen oder Flutlichtanlagen für Sportstadien an.

Das betreffende Geschäft ist das Sorgenkind des MDax-Konzerns. Das Wachstum der Sparte, die auch das Komponentengeschäft wie Steuerelemente umfasst, ist unterdurchschnittlich. In den vergangenen Jahren sei die LED-Technik auch bei den Leuchtsystemen stark vorangeschritten, sagte der Sprecher. Die LED-Bauteile haben aber eine geringere Fertigungstiefe, entsprechend fällt weniger Arbeit an.

Den betroffenen Mitarbeitern solle auch ein Wechsel an den Standort Regensburg angeboten werden, sagte der Sprecher. Dort will Osram in der stark wachsenden Sparte mit optischen Halbleitern wie LED-Chips rund 1000 Stellen aufbauen. Osram-Chef Olaf Berlien legt nach dem Verkauf des angestammten Lampengeschäfts an chinesische Investoren den Fokus stärker auf Wachstum. In Summe würden netto auch weiter Stellen im Konzern geschaffen, hieß es. dpa