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Ralph Joerger ist OB-Kandidat der Traunsteiner Liste

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Der Fraktionsvorsitzende der Traunsteiner Liste, Simon Steiner (rechts), und Umweltreferent Thomas Graf (links) gratulierten Ralph Joerger zur Nominierung zum Oberbürgermeisterkandidaten der Traunsteiner Liste.

Traunstein. Die Traunsteiner Liste tritt bei der Kommunalwahl mit einem eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten an: Einstimmig nominierte die Wählergruppe den 49-jährigen Ralph Joerger als Kandidaten für dieses Amt. Seit rund zehn Jahren lebt der promovierte Physiker mit seiner Familie in Traunstein und ist seit über 30 Jahren mit den regenerativen Energien als Schwerpunktthema kommunalpolitisch engagiert.


Joerger ist seit sechs Jahren Vorsitzender der Traunsteiner Liste, die er 2007 mit den damaligen Stadträten Robert Gastager und Wolfgang Schrag mitbegründete. Ziel war es, allen ökologisch orientierten Bürgern ein kommunalpolitisches Engagement frei von Parteimitgliedschaften und -zwängen zu ermöglichen. Parteiunabhängigkeit sieht Joerger als einen wesentlichen Eckpfeiler für das Amt des Oberbürgermeisters, um auch über Parteigrenzen hinweg konstruktive Kompromisse erarbeiten zu können.

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Seine Kandidatur begründete Joerger damit, die Stadt nicht lediglich »verwalten« sondern aktiv mit Visionen voranbringen zu wollen. Wenn man etwas verändern möchte, müsse man sich der Öffentlichkeit stellen und Gehör finden. Konstruktive Vorschläge müssen in die Diskussion der kommunalpolitischen Themen im Wahlkampf eingebracht werden. Mehr als die Begründung, warum Ziele nicht erreichbar seinen, interessiere die Bürger, wie ihre Wünsche realisiert werden können. Auf Kreativität statt auf Verwaltungsfachwissen komme es dabei an.

Defizite in der derzeitigen Stadtpolitik – und damit die Möglichkeit »es besser zu machen« – sieht Joerger unter anderem in der Verkehrsplanung. Eine weitere Stadtumfahrung im Südwesten Traunsteins sei keine Lösung, um die Belastung an der Wegscheidbrücke zu entschärfen, die durch eine effizientere Verkehrsführung entlastet werden müsse. Sinkender Lebensqualität durch wachsende Verkehrsströme müsse ein attraktives und finanzierbares Stadtbuskonzept entgegengesetzt werden, welches die Erreichbarkeit zentraler Stadt- und Einkaufsbereiche mindestens im Stundentakt garantiere. Die Förderung der Mobilität durch Carsharing-Modelle und den durchgängigen Ausbau sicherer Radwegeverbindungen, sieht Joerger als zentrale Aufgabe in der Verkehrsplanung. Verkehrsberuhigung in Wohngebieten, wo die Anwohner dies wünschen, trage ebenfalls zu einer erhöhten Lebensqualität bei.

Die zum Erhalt von Arbeitsplätzen notwendige Förderung von Traunsteiner Gewerbe gelänge durch eine Belebung der Innenstadt und einer nur sehr begrenzten Ausweisung von Erweiterungsflächen für bestehende Betriebe an den Stadträndern. Eine entschiedene Absage erteilte er einem Raubbau an Grünflächen im Süden Traunsteins, die als Naherholungsgebiete ebenso schützenswert seien wie der Haidforst im Norden.

Eine besonders wichtige Zielsetzung ist Joerger eine zukunftsfähige Energieversorgung. Alle Formen der erneuerbaren Energie müssten intensiv genutzt und ausgebaut werden. Windräder im Traunsteiner Westen und Norden könnten seiner Meinung nach ohne Weiteres die Hälfte des Traunsteiner Strombedarfs decken. Ausbau der Wasserkraft und der Fotovoltaik auf kommunalen Gebäuden mit Beteiligung Traunsteiner Bürger und Vermarktung durch die Stadtwerke stellen ein interessantes Modell einer dezentralen Energieversorgung dar und garantieren stabile Preise, so der OB-Kandidat. Ebenso wichtig seien Förderung und Forderung von Energieeinsparmaßnahmen sowie der Solarthermie.

Unter dem Stichwort Jugend- und Vereinsförderung sieht Joerger den Bedarf einer neuen Jugendherberge in Traunstein, die auf den brachliegenden Flächen am Bahngelände errichtet werden könne und jugendlichen Gästen von Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Familien als bezahlbare Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stehen solle. Zudem drängt er auf die zügige Erstellung eines Konzepts zum Ersatz der maroden Sporthalle des Turnvereins, gegebenenfalls in Absprache mit dem Kreis beim Neubau einer Sporthalle für das AKG.