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Radweg nach Kössen

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Schleching. Die Bedeutung einer Radwegverbindung zwischen Schleching und Kössen war bereits öfters Thema im Schlechinger Gemeinderat. Der Tourismusbeirat, der aus Vertretern der Gemeinde und des örtlichen Gewerbes, des Verkehrsvereins und des Ökomodells Achental besteht, bezeichnete den Radweg ebenfalls als ein Projekt, das man zeitnah verwirklichen sollte und das hohe Priorität habe. Das Ökomodell Achental beauftragte deshalb das Ingenieurbüro Dippold & Gerold in Prien, eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Deren Ergebnis haben nun Geschäftsführer Anton Schmuck und Hans Eisenberger dem Gemeinderat vorgestellt.


Schmuck berichtete, man habe zwei Radwegtrassen untersucht, entlang der Bundesstraße 307 auf 5,5 Kilometern, davon mit 3,4 Kilometer auf bayerischer Seite, und 2,1 Kilometer auf Tiroler Gebiet, sowie auf dem Schmugglerweg entlang der westlichen Seite der Tiroler Achen mit 4,9 Kilometern Länge.

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Eisenberger ging anhand von Fotos im Detail auf die zu erwartenden Schwierigkeiten ein. Rechtliche Regelwerke zum Radverkehr schreiben unter anderem eine Radwegbreite von 2,50 Metern und zusätzlich beidseitig 50 Zentimeter Sicherheitsabstand vor; außerdem seien Absturzsicherungen, Steinschlagschutz und Brückenbauwerke erforderlich. Nur wenn diese Regelungen erfüllt sind, könne man mit staatlicher Förderung rechnen. Die Planer kamen zu dem Ergebnis, das eine Radwegführung entlang der engen Bundesstraße 307 mit Steilabbrüchen nicht machbar sei.

Eher realisierbar sahen sie den Ausbau des Schmugglerweges an, der auf bayerischer Seite etwa 1,50 Meter breit ist. Neben der schwierigen Verbreiterung auf langen Strecken sind auch hier die genannten Sicherungen erforderlich. Besonders der steile Grenzübergang auf die Tiroler Seite sei nicht geeignet und müsste tiefer liegend umgangen werden. Selbst bei einzuplanenden »Schiebestrecken« wäre eine Realisierung sehr aufwendig.

In der Diskussion schlug Andreas Hell vor, den Radweg nach Kössen auf dem Schmugglerweg trotz der Schwierigkeiten kurzzeitig zu forcieren. Auch Muck Bauer und Timo Kleinschroth halten die Radwegverbindung nach Kössen für wichtig, um den Radurlaub aufzuwerten. Zweite Bürgermeisterin Elfie Bachmann schlug eine »abgespeckte« Version mit Schiebestrecken vor. Martha Rappl würde einerseits den Radweg begrüßen, andererseits befürchtet sie, dass der Schmugglerweg als beliebter Wanderweg leidet. Claus Rathje äußerte starke Bedenken gegen einen Radweg in diesem sensiblen Gebiet, die erforderlichen Eingriffe in die Natur seien zu hart.

Der Gemeinderat nahm die Machbarkeitsstudie zur Kenntnis und beschloss, die nächsten Schritte für eine mögliche Radwegverbindung entlang des Schmugglerweges zu verfolgen, wie Gespräche mit Grundstückseigentümern und Behörden. bre