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Radweg auf beiden Seiten der Wasserburger Straße

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Traunstein. »Wie sicher ist Radfahren in Traunstein?«, fragte der Traunsteiner Ortsverband der Grünen bei einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema im Gasthaus Sailer-Keller. Rund 50 Bürger diskutierten dabei recht lebhaft mit Ortsvorsitzendem Wolfgang Wörner: Das abrupte Ende des Radwegs an der Rupertistraße, die vielen Ausfahrten entlang des Rad- und Gehwegs an der Chiemseestraße und die gesamte Wolkersdorfer Straße wurden als sehr gefährlich genannt.


Einbahnregelung am Busbahnhof eine »Frechheit«

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»Eine Frechheit ist die Einbahnregelung am Busbahnhof«, sagte ein Gast und betreffend der Verkehrssituation rund um den »Kaufland«-Parkplatz meinte ein anderer: »Da fürcht’ ich mich auf meinem Radl.«

Die meisten Wortmeldungen betrafen jedoch die Wasserburger Straße: Georg Gotzler bemängelte die schlechte Fahrbahnbeschaffenheit stadtauswärts zwischen Ford Schaffler und der ehemaligen Jet-Tankstelle. Und das an einer Engstelle, wo der Radfahrer nicht ausweichen kann und zur Überraschung für nachfolgende Autofahrer abbremsen muss. »Vor den Verkehrsinseln versuchen Autofahrer immer wieder, noch ganz schnell die Radfahrer zu überholen und sie gefährden uns damit erheblich«. An den Stellen, wo der Radweg mit dem Fußweg zusammengefasst ist, sind die Auffahrten zu spitzwinklig und bergen Sturzgefahr.

Viele bemängelten auch, dass der gekennzeichnete Radweg gegenüber Sport Schneider abrupt aufhört und das kurz vor einer Verkehrsinsel. Ingo Tiemann forderte: »Ich wünsche mir einen Radweg beidseitig der Wasserburger Straße über die gesamte Länge, und zwar auf der Straße, nur abgetrennt durch weiße Markierungen. Die Verkehrsinseln müssen entfernt werden.«

Zebrastreifen ist Verkehrsinsel vorzuziehen

Achim Kraus pflichtete dem bei. Er wusste von Untersuchungen, dass Verkehrsinseln, die das Überqueren der Straße erleichtern sollen, keinen Sicherheitsvorteil bringen: »Wo tatsächlich Fußgänger die Straße überqueren, da gehört ein Zebrasteifen hin«. Alle waren sich einig, dass die soeben durch die Eröffnung der Nordost-Umfahrung erfolgte Rückstufung der Wasserburger Straße zu einer Kreisstraße die Möglichkeit bietet, einen durchgehenden Radweg zu schaffen.

Thomas Stadler erinnerte auch an die zunehmenden Nutzer von E-Bikes und sagte: »Traunstein würde für die steigende Anzahl der Elektrofahrrad-Touristen attraktiver, wenn sie auch in unserer Stadt gefahrlos ihre E-Bikes nutzen könnten.« Ein Herr, der früher in München wohnte, sagte zur Überraschung mancher: »In München fühle ich mich auf dem Radl sicherer als in Traunstein.«

Eine Dame fragte darauf etwas provokativ: »Will denn der Stadtrat überhaupt die Radler in der Stadt?« Stadtrat Wilfried Schott beantwortete diese Frage so: »Eine große Mehrheit des Stadtrats hat vor kurzem den Antrag der Grünen abgelehnt, dem Verein 'fahrradfreundliche Kommune' beizutreten.« Mehrere Gäste hätten es gerne gesehen, wenn der Stadtrat diesem Antrag zugestimmt hätte.