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In Mittelamerika, woher der Weihnachtsstern eigentlich stammt, heißt das Wolfsmilchgewächs »Flor de Pascua« – Weihnachtsblume. (Foto: Konnert)

Pünktlich zur Adventszeit blüht die »Flor de Pascua«

Inzwischen gehören sie bei uns zur Advents- und Weihnachtszeit ganz selbstverständlich dazu wie Plätzchen, Punsch und Weihnachtslieder. Mit ihren sehr dekorativen, meist roten, langlebigen Blüten, die eigentlich Blätter sind, verschönern sie bereits ab November unsere Räume und erinnern daran, dass Weihnachten nicht mehr weit ist. Die Rede ist vom Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), auch Adventsstern oder Christstern genannt, der pünktlich um die Adventszeit seine ganze Blütenpracht entfaltet.


Seine Heimat ist der Westen Mittelamerikas, vom Nordwesten Mexikos bis in den Süden Guatemalas. Dort wächst die Pflanze, ein Wolfsmilchgewächs aus der Gattung Euphorbia, als Wildvorkommen im Küstengebirge entlang der Pazifikküste bis auf 1000 Meter Höhe. Ab circa 1825 wurde sie als Zierpflanze zuerst nach Nordamerika und kurz darauf auch nach Europa gebracht. In den tropischen und subtropischen Ländern Asiens, Afrikas, Australiens und teilweise auch im Mittelmeer-Gebiet ist sie vielfach verwildert.

In Mitteleuropa erfreut sich der Weihnachtsstern seit etwa 1950 großer Beliebtheit als Zimmerpflanze. Denn die Pflanze ist nicht winterhart und leidet unter Frost und kalten Temperaturen.

In seiner Heimat, wo er wild wächst, blüht der Weihnachtsstern in der winterlichen Trockenzeit, von November bis Januar oder Februar. Die Hauptblüte um die Weihnachtszeit hat der Pflanze bereits in ihrer mittelamerikanischen Heimat den Namen »Flor de Pascua« (Weihnachtsblume) eingebracht. Die eigentlichen Blüten sind grün-gelblich, klein und unscheinbar und werden umgeben von den großen, roten Hochblättern, die der Pflanze ihre Schönheit und Pracht geben. Diese weithin leuchtenden Hochblätter sollen eigentlich die Bestäuber anlocken. Dass sie auch uns Menschen mit ihrer Schönheit und Farbe in einer eher tristen und grauen Zeit erfreuen, ist zwar ein von der Natur nicht vorgesehener aber sehr erfreulicher Nebeneffekt.

Durch Zucht ist eine große Vielfalt an Farben entstanden. Neben Rottönen gibt es auch lachsfarbene, panaschierte oder cremeweiße Hochblätter. Andere Farben wie Blau sind dagegen künstlich und werden durch Besprühen mit pflanzenverträglichem Lack erzeugt. Auch Glitter wird darübergestreut – über Geschmack läßt sich streiten.

Weihnachtssterne zur Blüte zu bringen, ist nicht ganz einfach. Denn es handelt sich hier um sogenannte Kurztagspflanzen, die nur dann Blüte ansetzen, wenn sie nicht mehr als zwölf Stunden Licht bekommen. Das ist als eine Anpassung an ihre natürlichen Standorte nahe des Äquators nötig, wo Tag und Nacht fast gleich lang sind. Damit die Weihnachtssterne pünktlich zur staden Zeit ihre ganze Blütenpracht entfalten, kaufen Gärtnereien bereits im Juni aus Stecklingen vermehrte Jungpflanzen und pflanzen diese in Töpfe ein, um sie in Gewächshäusern zu kultivieren. Ab Oktober werden die Pflanzen über künstliche Anpassung der Tageslänge in circa sieben Wochen zur vollen Blüte gebracht. In dieser Zeit soll die Temperatur bei circa 18 Grad liegen.

Ja, und noch etwas: Der Zusatz »pulcherrima« im lateinischen Namen bedeutet »die Schönste«. Sieht man die vielen rot, rosa, cremeweiß blühenden Sterne in den Gärtnereien und Blumenläden in der Region, ist es schwer zu sagen, welche Pflanze nun »die Schönste« ist. Denn sie sind alle wirklich schön!

kon

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