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Prozess beginnt im Januar

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Traunstein – Der 46-jährige Geschäftsführer einer Event-agentur muss sich ab 11. Januar wegen fahrlässiger Tötung von sechs Menschen sowie 20-facher fahrlässiger Körperverletzung vor dem Landgericht Traunstein verantworten.


Die Toten und Verletzten wurden am Pfingstwochenende Opfer einer Brandkatastrophe in dem denkmalgeschützten Bauernhof in der Ortsmitte von Schneizlreuth. Um kurz vor drei Uhr war das Feuer in dem als Firmensitz des Angeklagten und als Gästehaus genutzten Anwesen ausgebrochen.

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In jener Nacht regnete es stark. 54 Menschen befanden sich in dem Gebäude, darunter eine 47-köpfige Gruppe einer Firma aus dem Rottal, die dort ihr 50-jähriges Geschäftsjubiläum feiern wollte. Im Dachgeschoß übernachteten 24 Personen in einem Matratzenlager. Der Raum war nur über eine Holztreppe erreichbar, die nach Ausbruch des Feuers ebenfalls in Brand geriet und den Gästen den Fluchtweg versperrte. Nur ein Teil konnte sich durch einen Sprung in die Tiefe retten.

Sechs Männer im Alter von 32 bis 42 Jahren verloren ihr Leben in den Flammen. Weitere 20 Personen erlitten teils schwerste Verletzungen. 220 Feuerwehrleute waren damals im Einsatz. Der 800 Jahre alte Bauernhof brannte bis auf die Grundmauern nieder. Erst im Laufe des Tages konnten die sechs Leichen geborgen werden.

Der Geschäftsführer der auf Outdoor-Aktivitäten spezialisierten Eventagentur, ein gelernter Koch aus Traunstein, wurde am 2. Juni festgenommen und saß seither überwiegend in Untersuchungshaft. Die auf sieben Tage anberaumte Verhandlung wird am 14., 19., 22. und 26. Januar sowie am 1., 2. und 5. Februar, jeweils um 9 Uhr, am Landgericht fortgesetzt. kd