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Protestwanderung aufs Dürrnbachhorn

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Über 200 Teilnehmer trafen sich in Seegatterl und marschierten zusammen mit entsprechenden Plakaten los. Dabei protestierten sie gegen die Skischaukelpläne. Weitere Bilder gibt es im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos. (Foto: Thoma-Bregar)

Reit im Winkl. Den einen bedeutet eine Skischaukel vom Heutal auf die Winkelmoosalm die Rettung ihres Wintertourismus, für die anderen ist es ein gewaltiger und ungerechtfertigter Eingriff in die Natur. Die »Aktionsgemeinschaft zum Schutze der Saalforste und des Sonntagshorns« hat am Samstag zu einer Informationsskitour aufs Dürrnbachhorn eingeladen. Daraus wurde eine Protestwanderung, mit über 200 Teilnehmern.


Walter Kellermann, den Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft, verfolgen die Verbindungspläne schon seit fast vier Jahrzehnten. Ein gravierendes Argument, dass laut Kellermann gegen das Vorhaben spricht, ist die Lawinensituation im Bereich der Finsterbachalm, über die der Anschluss realisiert werden soll. Eine Lawinenverbauung würde seiner Schätzung nach nicht nur Millionen verschlingen, das ganze Projekt würde erhebliche Eingriffe in die Natur und bestehende Schutzgebiete bedeuten.

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Den Nachbarn in Unken rät Kellermann, auf den sanften Tourismus zu setzen, auf Skibergsteiger und Wanderer. »So kann man auch Gäste anlocken, da ist noch Potenzial. Dagegen werden die Pistenfahrer immer weniger. Wenn ich heute ein neues Skigebiet baue, muss ich den anderen Touristen wegnehmen, anders funktioniert das nicht mehr.«

Ein vehementer Gegner der Skiliftverbindung ist auch Hans Sleik. Der ehemalige Leiter der Bayerischen Saalforste und Umweltreferent der Alpenvereinssektion Berchtesgaden hat während seiner 20-jährigen Amtszeit schon etlichen Projektanläufen den Garaus gemacht. Nach wie vor lehnt er eine Skischaukel ab. »Von der Belastung für die Schutzzonen mal ganz abgesehen: Wenn diese Anbindung über die Finsterbachalm kommt, dann dauert es nicht lange, bis auch das Sonntagshorn erschlossen wird. Anders würden sich die Investitionen für die Gemeinde gar nicht rentieren«, ist er sich sicher.

Als Vertreter der Grünen hat Dr. Bartel Wimmer die Vorortbegehung begleitet. »Man kann diese Pläne nur zu 100 Prozent ablehnen«, sagt der Kreisrat im Berchtesgadener Land. »Es ist touristisch völlig unsinnig und ökologisch verheerend. Wir haben da oben eine der größten Raufußhühnerbestände, wir haben Naturschutzgebiete und Habitate.« ktb