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Protest gegen Sperrung der Bergstraße

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Die Überquerung der Staatsstraße 2105 von der Bergstraße aus nach Fisching birgt laut Staatlichem Bauamt ein Unfallrisiko. Daher soll die Straße für den Verkehr gesperrt werden. (Foto: Eder)

Waging am See – Widerstand regt sich in der Gemeinde Waging nach dem Beschluss des Gemeinderats im Mai, die Bergstraße im Bereich von Kammering, vom Anwesen Kaindl an, für den Verkehr zu sperren. Ausgenommen davon sind lediglich landwirtschaftliche Fahrzeuge und Anlieger des nur über diese Straße zu erreichenden Anwesens Hochstraße 5.


Der Hintergrund für diesen Vorschlag des Staatlichen Bauamts: die offenbar »unfallträchtige« Überquerung der Staatsstraße 2105 von der Bergstraße aus nach Fisching hinein. Dagegen regt sich jetzt Widerstand; eine Unterschriftenaktion ist in diesen Tagen bei der Gemeinde abgegeben worden.

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Initiator dieser Unterschriftenaktion ist Rudolf Huber, Besitzer des Juweliergeschäfts Regensburger in Waging. Er ist in Fisching zu Hause und ist mit dieser Sperrung – die allerdings bisher noch nicht vollzogen ist, weil die notwendigen Schilder noch nicht da sind – ganz und gar nicht einverstanden. Diese Entscheidung, so wird im Text der Unterschriftenlisten gefordert, »sollte noch einmal überdacht werden«. Die Gemeinde sollte nach einer anderen, »nach einer konstruktiven Lösung suchen, die die Belange der Fischinger Bevölkerung berücksichtigt«, heißt es in der Einführung zu den Unterschriftslisten.

Im Schnellverfahren hatte der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung eine Reihe von Punkten aus der jüngsten Verkehrsschau abgehakt – darunter auch die Situation am Ende der Bergstraße. Die Anlieger seien dazu weder befragt noch gehört worden, kritisiert Rudolf Huber: »Man sollte vorher mit den Leuten reden«, meinte er bei einem Gespräch mit unserer Zeitung, »ehe man so etwas beschließt.« Im Übrigen ist er der Überzeugung, dass es an der Einmündung der Bergstraße in die Staatsstraße keinen schweren Unfall mehr gegeben habe, seit die großen Ortshinweisschilder aufgestellt worden sind. Von daher sei das Argument der »Unfallträchtigkeit« nicht mehr schlagkräftig. Außerdem würden ja auch Fußgänger weiterhin hier die Straße überqueren und somit für mögliche Gefahrenmomente sorgen.

Zudem findet Huber, dass der Verkehr weniger behindert würde, wenn die Autos von der Bergstraße aus geradeaus über die Staatsstraße fahren, als wenn sie die Bergstraße umfahren und dann von weiter nördlich aus Richtung Seeteufel kommen und sich in den fließenden Verkehr nach links einordnen müssten, um nach Fisching abzubiegen.

So ist die beabsichtigte Sperrung für Huber lediglich eine Verlagerung des Problems. Seine Sicht der Dinge wird von exakt 94 Fischingern unterstützt – das sind etwa zwei Drittel der dortigen Einwohner. Viele hätten von der Sperrung noch gar nichts gewusst, musste Huber bei seinen Besuchen in den einzelnen Häusern zur Kenntnis nehmen – und alle seien sofort bereit gewesen, zu unterschreiben. Jetzt hoffen die Fischinger, dass der Gemeinderat seinen Beschluss nochmals überdenkt. he