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Propaganda in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

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Anhand von 56 Originalen zeigt die Ausstellung die Ergebnisse eines P-Seminars Geschichte am Annette-Kolb-Gymnasiums. (Foto: Buthke)

Traunstein. Eine interessante Ausstellung mit dem Thema »Formen der Propaganda in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts« wurde im Traunsteiner Stadt- und Spielzeugmuseum im Heimathaus eröffnet. Sie zeigt das Ergebnis eines P-Seminars Geschichte von neun Schülern des Annette-Kolb-Gymnasiums (AKG) unter der Leitung von Oberstudienrat Dieter Grosch. Die verschiedenen Formen der Propaganda zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands bis Mitte der 1950er Jahre werden anhand von 56 Originalen aus dem Stadtarchiv Traunstein und Privatsammlungen gezeigt und von den Schülern erläutert.


Die Besucher wurden bei der Eröffnung von Veronika Pauli (Gesang) und Tatjana Harder (Keyboard) mit dem Lied von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper in jene Zeit entführt, in denen in Deutschland die Propaganda ihre zweifelhafte »Blütezeit« hatte. Heute sei der Begriff Propaganda im Alltagsgebrauch in Deutschland und Europa jedoch fast verschwunden, erklärte Oberbürgermeister Manfred Kösterke.

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Sie sei laut Kösterke eine besondere Form einer systematisch geplanten Massenkommunikation, die nicht informieren oder argumentieren, sondern überzeugen oder überreden wolle. Sie bediene sich dazu in der Regel einer symbolisch aufgeladenen und von Ideologie geprägten Bildsprache, die die Wirklichkeit verzerrt.

Mit Feldpostkarten, Flugblättern, Inflationsscheinen und Plakaten aus der Zeit zwischen 1914 und 1955 stellten die Schüler in der Ausstellung dar, wie Einfluss auf die Gesellschaft genommen worden sei, und befassten sich mit den Auswirkungen. Ein Jahr lang hatten sich die Gymnasiasten mit der Propaganda beschäftigt.

Die Idee zu diesem Thema sei durch die unbändige Freude an den Originalen selbst und durch die Faszination des Fachs Geschichte gekommen, erklärte Oberstudienrat Dieter Grosch. Das Ziel sei es gewesen, durch die Originale einen unvorstellbaren Blick auf die Geschichte zu gewähren. Deshalb sollten sich die Besucher Zeit und Muse nehmen, sie anzuschauen. Interessant sei die Analyse der Originale gewesen. Als Beispiele nannte er die Anstrengungen der Weimarer Regierung, die Bevölkerung zur Anerkennung des Versailler Vertrags zu bewegen, Inflationsscheine, auf deren Rückseite bereits 1923 antisemitische Inhalte zu lesen waren oder die NS-Aufklärung zur Volksgesundheit, hinter der die Ausgrenzung »unwerten Lebens« stand.

Am P-Seminar waren die Gymnasiasten Maximilian Hohlweck, David Schnichels, Moritz Lehmann, Carolina Abel, Klara Steinbacher, Fiona Rakus, Rebecca Eisenberger, Magdalena Schwangler und Julia Gschwendtner beteiligt. Bei der Umsetzung des P-Seminars, das sie nach eigenen Worten außerordentlich gefordert hat, hatten sie natürlich auch externe Unterstützung, wie zum Beispiel Stadtarchivar Franz Haselbeck oder Museumsleiter Dr. Jürgen Eminger.

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. November im Stadt- und Spielzeugmuseum zu besichtigen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Bjr