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Pro-Kopf-Verschuldung ist nicht gestiegen

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Staudach-Egerndach – Trotz geringer Einnahmen konnten große Projekte wie der Fußweg an der Marquartsteiner Straße realisiert werden. In der Bürgerversammlung im Gasthof Mühlwinkl berichtete Bürgermeister Hans Pertl über die Investitionen der Gemeinde.


Trotz hoher Ausgaben stieg die Pro-Kopf-Verschuldung nicht. Mit 45 Euro pro Kopf ist die kleine Gemeinde mit 1207 Einwohnern fast schuldenfrei. Der Haushalt sieht im Verwaltungshaushalt 1,8 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt 800 000 Euro vor. Der Schuldenstand von rund 54 000 Euro beruht aus einer Investition am Schulgebäude, nämlich der Wärmedämmung. An Rücklagen kann die Gemeinde 1,3 Millionen Euro aufweisen.

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Einnahmen erzielt die Gemeinde aus dem kommunalen Finanzausgleich, der sich um 70 000 Euro auf 409 000 Euro verringerte sowie aus der Einkommenssteuerbeteiligung mit 480 000 Euro. An Gewerbesteuer kann die Gemeinde heuer 179 000 Euro vereinnahmen und an Grundsteuer rund 94 000 Euro. Die größte Ausgabe ist die Kreisumlage mit 518 000 Euro, die erneut um über 90 000 Euro gestiegen ist. An die Verwaltungsgemeinschaft zahlt Staudach-Egerndach 163 000 Euro und an den Schulverband 107 000 Euro.

Zu den Investitionen zähle laut Pertl die Kanal-Inliner-Sanierung mit insgesamt 80 000 Euro, wie auch die Hochwasserschutzmaßnahme Mauthner Feld mit 90 000 Euro (insgesamt 207 000 Euro). Der Gehweg an der Marquartsteiner Straße einschließlich Beleuchtung kostete 127 000 Euro und das Streusalzsilo am Bauhof 43 000 Euro. Die Feuerwehr wurde mit Digitalfunkgeräten für rund 10 000 Euro ausgestattet. Pertl informierte zudem über den neuen Musikraum in der Grundschule, dessen Sanierung knapp 25 000 Euro kostete. Auch die Brandmeldeanlage in der Grundschule wurde für 10 000 Euro erneuert. Auch der Streusalzsilo am Bauhof wurde teurer als erwartet und kostete am Ende 43 000 Euro.

Schließlich wurden für die Ortsteile Avenhausen und Aichapoint noch Großwasserzähler und Fernwirkanlagen für 10 000 Euro installiert. Das Rathausdach wird gerade und das Schulhausdach wird in den Herbstferien saniert. Kosten von 71 000 Euro werden folgen. Erst vor kurzem hat der Gemeinderat beschlossen, vier gemeindliche Dächer – Rathaus, Schulhaus, Bauhof und Feuerwehr – mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Diese Investition wird 155 000 Euro kosten.

Zu wenig Interesse an Ganztagsschule

Das Schulhaus ist mit 75 Kindern voll belegt. Eigentlich sollte die Schule fit für die nächsten Jahre gemacht werden und so wurde auf Drängen der Eltern eine Ganztagsschule geplant, berichtete Pertl. Abfragen deuteten auf eine rege Nachfrage. So wurde die Planung in Auftrag gegeben, die Fördermittel beantragt und mit einem Träger verhandelt. Danach sollten die Kinder verbindlich angemeldet werden. Von den interessierten 36 Schülern kam am Ende für nur vier Schüler eine Anmeldung. »Damit war die Ganztagsschule gestorben«, so Pertl. Für diese Anzahl gebe es keine Fördermittel, weder für den Bau noch für den Betrieb. Dennoch habe der Gemeinderat entschieden, die Planung fertigstellen zu lassen. Sollte es wieder einmal aktuell werden, liege zumindest die Planung vor.

Pertl informierte außerdem, dass die Planungen am Kindergarten Bestand haben. Durch Ausgrabungen soll der derzeit im Untergeschoß des Schulhauses befindliche Kindergarten erdgeschossig werden. Fenster und Türen werden ersetzt und auch der Eingangsbereich neu gestaltet. Baubeginn wird im nächsten Jahr sein.

Wenig erfreulich sind die Tourismuszahlen. So gingen die Übernachtungen von 17 242 auf 15 860 um acht Prozent zurück. Die Gästezahlen blieben mit 4514 fast gleich. Pertl erklärte, dass die Gemeinde mit Schleching, Marquartstein, Unterwössen einen Tourismusverbund eingehen wolle. Die Struktur werde derzeit erarbeitet. Leider werden die angebotenen Betten immer weniger und nur 19 Vermieter sowie zwei Hotels bieten Unterkünfte. »Hier wäre gutes Geld zu verdienen«, meinte Pertl und appellierte, mehr Zimmer zur Vermietung anzubieten.

Die Breitbandversorgung in der Gemeinde ist abgeschlossen, berichtete Pertl weiter. Im nächsten Jahr werden die Außenbereiche angeschlossen. Kosten wird diese Maßnahme 283 000 Euro, wobei die Gemeinde 226 000 an Förderung erhalte und nur 22 000 Euro selbst finanzieren muss. Auch die Wanderwege werden im kommenden Jahr für 10 000 Euro neu beschildert. Der Umbau des Kindergartens ist mit 85 000 Euro in der Finanzplanung. Schließlich soll es einen Themenweg Moor geben. tb