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Profitieren geht über Studieren

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Schau her, passt: Chiemgau-Tourismus-Geschäftsführer Stephan Semmelmayr (l.) freut sich mit Marketingchef Jens Hornung über die erfreulichen Zahlen der Wertschöpfungsanalyse. (Foto: Fischer)

Traunstein. Egal ob Metzger, Schreiner oder Supermarktbetreiber: Im Chiemgau ist jeder irgendwie vom Tourismus abhängig. Denn die Urlauber bringen Geld in die Region. Direkt und indirekt. Wie diese Wertschöpfungskette genau ausschaut, hat jetzt der Verein »Chiemgau Tourismus« untersuchen lassen. Das Traunsteiner Tagblatt hat sich mit Geschäftsführer Stephan Semmelmayr und Marketingchef Jens Hornung über die Ergebnisse der Studie unterhalten.


Es schaut gut aus mit dem Tourismus im Chiemgau. Die wesentlichen Kennzahlen haben sich seit der letzten Erhebung im Jahr 2009 verbessert (siehe eigener Artikel). Mehr Umsatz, mehr Arbeitsplätze, mehr Übernachtungen und mehr Aufenthaltstage. Darüber freut sich der Chef des Chiemgau Tourismus. Denn er wertet die guten Zahlen auch als Erfolg seines Teams und als Zeichen effektiver Werbung. »Tourismus ist nicht selbstverständlich«, stellt Semmelmayr klar. Um erfolgreich zu bleiben, müsse man permanent etwas dafür tun. Denn schließlich wirke sich der Tourismus auf praktisch jeden Bewohner der entsprechenden Region aus. »Jeder Urlauber bringt Wirtschaftskraft zu uns«, weiß der Tourismus-Chef. Und das nicht nur direkt.

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Ein Beispiel: Es ist November, nur wenige Gäste sind da. Doch gerade im Herbst haben beispielsweise die Handwerker viele Aufträge. Viele Hotel- und Pensionsbetreiber lassen ihre Zimmer auf Vordermann bringen. »Die Auftraggeber greifen verstärkt auf heimische Handwerker zurück«, sagt Semmelmayr, »Verfügbarkeit und Regionalität sind wieder gefragt«.

Noch ein Beispiel: In Waging am See gibt es einen der größten und luxuriösesten Campingplätze Deutschlands. Alleine dieser Betrieb generiert 200 000 Übernachtungen pro Jahr. »Und das wirkt sich natürlich auf das Gewerbe am Waginger See aus«, weiß der Tourismus-Fachmann. »Man braucht nur mal an einem Samstag in den Supermarkt in der Nähe des Campingplatzes zu gehen«, fügt Jens Hornung hinzu. »Da geht es richtig zu.«

Für den Chiemgau Tourismus liefert die Studie einige wichtige Erkenntnisse. Stichwort »immer mehr Tagesgäste«: »Dafür gibt es drei Ursachen«, klärt Semmelmayr auf. Zum einen bewirke der Trend zum Kurzurlaub, dass Tagesausflüge immer beliebter werden. Zum anderen habe der Chiemgau bei den benachbarten Österreichern in den vergangenen Jahren eine deutliche Imageaufwertung erfahren. »Immer mehr Österreicher nehmen den Chiemgau als Tourismusregion wahr«, erklärt Stephan Semmelmayr. Und auch hochwertige Veranstaltungen wie zum Beispiel der »Almumtrieb« oder der »Chiemsee Summer« hätten die Attraktivität der Region verbessert.

Stephan Semmelmayr ist überzeugt: »Nur den Übernachtungszahlen hinterher zu hecheln, ist zu kurz gedacht.« Wichtiger sei, dafür zu sorgen, dass die Gäste am Urlaubsort mehr ausgeben. Das eingenommene Geld könne nämlich dann wieder investiert werden. »Und davon profitiert dann letztlich jeder im Chiemgau«, sagt der Tourismus-Chef. cfs