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Problemen in der Feldwieser Bucht

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Übersee – Von der Einhaltung des Bebauungsplans bis zu einem erhöhten Toilettenbedarf am Überseer Strandbad und Chiemseeufer sahen sechs Gemeinderäte einen Klärungsbedarf in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause. Einige der angesprochenen Probleme sollen in einem für den Herbst angekündigten Verkehrskonzept gelöst werden.


Die Gemeinderäte Maria Steinert (SPD), Margarete Winnichner, Anton Stefanutti (beide von den Grünen), Wolfgang Hofmann (BP) sowie Stefan Haneberg und Christian Huber (beide ADfÜ) wollten es ganz genau wissen: Warum gibt es laut Bebauungsplan nur eine Genehmigung für die neue Beachbar, nicht aber für die anderen, teilweise fest installierten »Bauwerke«?

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Nach den Worten von Peter Stöger, Vorstand des Tourismusvereins, habe sich die Änderung des Bebauungsplans »Chiemseeufer« über mehrere Jahre hingezogen und sei in punkto »Beachbar« schließlich im Freistellungsverfahren er-folgt. Um zwei alte Eichen zu retten, habe man den Standort verändert, sodass nur noch ein Drittel im genehmigten Bebauungsplan enthalten seien.

Zwischenzeitlich hat das Landratsamt deshalb eine nochmalige Änderung des Bebauungsplans mit einem richtigen Verfahren und entsprechenden Gutachten verlangt. In dieses zurzeit noch laufende Verfahren seien auf Absprache gleich die zusätzlichen Änderungsbauten mit eingeschlossen worden.

Weiterhin kritisierten die sechs Gemeinderäte die zu geringe Anzahl der dortigen Toiletten. Das relativierte Strandbadpächter Andreas König. Die Toiletten hätten sich bei einem Normalbetrieb zu 85 Prozent als ausreichend erwiesen. Die 15 fehlenden Prozent zeigten sich laut König nur an wenigen, besonders heißen Spitzentagen.

Die Anfrage nach einer anteiligen Kostenbeteiligung des Strandbadpächters an den erhöhten Aufwendungen der Gemeinde für neue Maßnahmen (Parkwächter, Verkehrsüberwachung), verneinte Bürgermeister Marc Nitschke. »Dies ist ausschließlich Sache der Gemeinde. Die Aufgaben sind hier vertraglich klar strukturiert.«

Auch das hoch sensible Parkplatzproblem am Chiemseeufer und mögliche Entlastungsmaßnahmen waren Teil der Anfrage. Dazu hatte Zweiter Bürgermeister Ludwig Ertl (FBL) eine einfache Antwort: »Weitere Parkplätze können wir nicht mehr bauen. An Spitzentagen ist irgendwann einmal Schluss und wir müssen Parkplatzsuchende abweisen.«

Darüber hinaus gab es etliche konstruktive Anregungen zur Entlastung des Uferbereichs. So könnten laut Stefan Haneberg an Spitzentagen die bestehenden Querparkplätze in Längsparkplätze umgewandelt und Busse wegen der Gefahr des Steckenbleibens nicht mehr zum Strandbad vorgelassen werden.

Leo Segin (CSU) sah Behinderungen und Gefahren für Fußgänger auf dem mit Radlfahrern gemeinsam genutzten Weg vom Chiemgau Hof zum Strandbad. »Hier sollten Radlfahrer per Hinweisschild zum Absteigen aufgefordert werden.« Außerdem hielt er verschiedene Parkzonen mit gestaffelten Gebühren für sinnvoll. Maria Steinert plädierte dafür, mehr an die Einheimischen zu denken und den Zustrom von Auswärtigen einzudämmen.

Strandbadbetreiber König äußerte Überlegungen, die »Beach-Partys« fallen zu lassen, »denn mir ist auch nicht an Großveranstaltungen gelegen.«

Bürgermeister Nitschke versprach, im Herbst alle Vorschläge in die Beratungen für das neue Verkehrskonzept einfließen zu lassen. bvd