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Probleme sind gar nicht so groß wie angenommen

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An der Ecke Rathausplatz/Marienstraße soll im Zuge der Rathausplatz-Umgestaltung auch ein eigener Bereich für Räder und Motorräder geschaffen werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Um Veranstaltungen in die Stadtmitte zu bringen hat sich der Traunreuter Stadtrat im Rahmen der Städtebauförderung dafür ausgesprochen, die damals grüne Wiese mit Kastanien in einen funktionalen Platz umzugestalten. Vor elf Jahren wurde der neue Rathausplatz und sein Umfeld eingeweiht. Seit der Platz fertig ist, hagelt es jedoch Kritik. Die Traunreuter wünschen sich den Rathausplatz wieder grüner. Das wurde auch in einer Aussprache mit den Bürgern im k1 deutlich. Die Traunreuter waren aufgerufen, im Zuge einer »Schönheitskorrektur« des Rathausplatzes ihre Anregungen und Wünsche zu äußern.


Dem Tenor der Veranstaltung war zu entnehmen, dass das Problem der Platzgestaltung nicht so groß scheint, wie es in der Öffentlichkeit diskutiert wird. »Bis auf die wassergebundene Decke ist der Platz gar nicht so schlecht«, stellte ein Traunreuter fest. Um mehr Belebung auf den Platz zu bekommen, könnte er sich Blumentröge um die viel diskutierten Funktionsschirme vorstellen oder einen Wasserlauf. Angeregt wurde auch, zwei Funktionsschirme zu entfernen und dazwischen zusammenwachsende Ahornbäumchen, wie am Eingang des Traunreuter Waldfriedhofs zu pflanzen. Ein Brunnen oder eine Skulptur in der Platzmitte wurden ebenso angeregt wie ein Schachspiel- oder ein Kinderspielplatz, mobile Sitzgelegenheiten und nicht zuletzt ein bunter Platzbelag. »Bunt und farbig« sollte er sein, regte Werner Heuberer von der Lenkungsgruppe an. Auch eine Traunwalchnerin regte an, den grau in grau leblos wirkenden Platz mit bunten Pflastersteinen zu verschönern.

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Deutlich wurde auch, dass der Platz mehr Gastronomie vertragen könnte. »Ich mag die Stadt, vermisse jedoch mehr Leben in der Stadtmitte«, erklärte ein Besucher. Das Thema Gastronomie sollte man deshalb noch mehr fordern. »Wenn wir einen Betreiber hätten, wären wir gleich dabei«, räumte Bürgermeister Klaus Ritter dazu ein. Grundsätzlich vermisst wird die regionale Küche. »Wir haben Italiener und Chinesen aber keine bayerische Wirtschaft, die dem Platz gut zu Gesicht stehen würde.« In diesem Zusammenhang wurde auch angeregt, die Öffnungszeiten der Bäckerei mit ihrem Café zu erweitern. »Wenn das Café länger geöffnet hätte, würde der Platz automatisch mehr belebt«, hieß es. Angesprochen wurde auch das Thema Verkehr und eine damit verbundene, verkehrsberuhigte Zone. Ein verkehrsberuhigter Bereich sei schwierig umzusetzen, weil die Straße über dem Rathausplatz als Staatsstraße gewidmet sei, teilte Ritter mit.

Funktionalität nicht zu sehr beeinträchtigen

Die Vorschläge und Anregungen sollen jetzt dem Stadtrat präsentiert werden und in die weitere Diskussion einfließen. Zu Beginn des Bürgerdialogs hatte Ritter klar herausgestellt, dass beispielsweise durch mehr Bäume oder zentrale Punkte die Veranstaltungen, die jährlich auf dem Rathausplatz stattfänden, nicht mehr umgesetzt werden könnten. »Auf dem Platz finden im Jahr 60 bis 80 größere und kleinere Veranstaltungen statt.« Stadtlauf, Bauernmarkt, Christkindlmarkt, Faschingsumzug oder auch Kundgebungen seien gut besucht. »Wir haben unheimlich viel Freude mit dem Platz.« Vor dem Hintergrund der vielschichtigen Veranstaltungen sei es auch schwierig, eine Korrektur vorzunehmen, ohne diese Funktionalität des Platzes zu sehr zu beeinträchtigen. Deshalb habe sich der Stadtrat auch nur für einen neuen Baum am Rathausplatz ausgesprochen. Laut der aktuellen Planung ist weiter vorgesehen, die Platzoberfläche zu pflastern. Die jetzigen Sitzbänke sollen durch flexible Bänke ersetzt werden. »Wir sind gerade dabei, die Bänke auszutauschen und sie probeweise aufzustellen«, sagte Ritter. Ebenfalls bereits bestellt sei eine E-Bike-Ladestation, die auf der Rathausseite neben den öffentlichen Toilettenanlagen positioniert werden soll.

Zu den Funktionsschirmen erklärte Ritter, dass der Beschluss des Stadtrats, diese zu erhalten, nichts mit einer möglichen Rückforderung der Förderung zu tun habe. Vielmehr gehe es dabei um die Beleuchtung, die in den Schirmen integriert sei. Hier wurde allerdings angemahnt, dass die Beleuchtung, die von den Schirmen ausgeht, den Platz selber kaum ausleuchte. Dass an der Ecke Rathausplatz/Marienstraße ein Bereich für Fahrräder und Motorräder geplant ist, fand ein Besucher wegen eines dortigen Hydranten unpraktisch. »Die Feuerwehr wird darüber nicht glücklich sein.« Ritter konnte aber beruhigen. »Das wird alles mit der Feuerwehr noch abgesprochen.«

»Doch nicht alles falsch gemacht«

Fazit des Abends: Es wurde sachlich diskutiert und in vielen Bereichen zogen die Besucher an einem Strang mit der jetzigen Planung. »Da haben wir doch nicht alles falsch gemacht«, meinte Stadtrat Günther Dizial (SPD). ga