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Probleme mit der Chiemgauhalle

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Traunstein. In einem Gespräch zwischen Vertretern des Rinderzuchtverbands Traunstein und dem Traunsteiner Stimmkreisabgeordneten im Landtag, Klaus Steiner, legte der Vorsitzende Franz Hasholzner die Probleme bei der, vom Rinderzuchtverband betriebenen, Chiemgauhalle an. Daneben ging es um allgemeine Fragen zur Landwirtschaft und Viehzucht.


Im Auftrag der Stadt Traunstein habe man für die mittlerweile 40 Jahre alte Chiemgauhalle ein Brandschutzgutachten erstellen lassen. »Die Kosten der darin vorgeschriebenen Maßnahmen sind für unseren Verband in keinster Weise zu schultern«, machte Hasholzner klar. Komme man den Auflagen nicht nach, drohe eine massive Beschränkung der erlaubten Einlasskapazität. Außerdem bedrohten die zunehmende Konkurrenz durch andere Veranstaltungshallen in der Region, rückläufige Mieteinnahmen und stetig steigende Betriebskosten die Zukunft der Halle. Vor allem die hohen Energiekosten seien ein großes Problem, so der Verbandsvorsitzende. Steiner sagte dem Verband seine Unterstützung zu und kündigte Gespräche mit der Stadt Traunstein an.

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Mit Blick auf die allgemeinen Probleme der Landwirtschaft forderte Steiner: »Es muss Schluss sein mit der ständigen Gängelung der Bauern mittels einer Zwangsökologisierung, die mit immer mehr Bürokratie verbunden ist.« Laut Steiner werde vor allem die konventionelle Landwirtschaft unter einen Generalverdacht gestellt.

Zuchtleiter Dr. Rudolf Maierhofer wehrte sich gegen das Argument, Rinderzucht sei klimaschädlich. Derartige Vorwürfe basierten auf unkorrekten Berechnungen etwa hinsichtlich des angeblichen Ressourcenverbrauchs bei der Viehzucht. Auch die Behauptung, deutsche und europäische Agrarexporte seien für Armut in der Dritten Welt verantwortlich, wies Maierhofer zurück. 60 bis 70 Prozent der Agrarexporte gingen in den EU-Raum, der Rest nach China, Russland und in die USA. »Nur zwei Prozent der Exporte gehen hingegen in Entwicklungsländer«, stellte er klar. Hauptabnehmer für hiesiges Rindfleisch sei zum Beispiel eine große Schnellrestaurantkette.

Steiner kritisierte diese Debatten als oftmals oberflächlich und scheinheilig. Dies gelte beispielsweise für die Kritik an Überproduktion, verbunden mit der Forderung nach mehr Regionalisierung »Dabei wird übersehen, dass unser Wohlstand maßgeblich vom Verkauf von Waren ins Ausland abhängig ist«, so Steiner. Dies gelte nicht nur für Industrie und Mittelstand, sondern auch für die Landwirtschaft. Bjr