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Probebetrieb ist gut angelaufen

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Die Bereitschaftspraxis am Klinikum Traunstein soll zukünftig die ambulante Versorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten der niedergelassenen Ärzte sicherstellen.

Traunstein – Knapp drei Wochen nach dem Start des Probebetriebs der Bereitschaftspraxis am Klinikum Traunstein ziehen die Verantwortlichen ein erstes positives Fazit. »Die Praxis wird sehr gut angenommen«, sagt Dr. Florian Buchauer, Allgemeinarzt in Traunstein und Obmann der Bereitschaftsdienstgruppe Traunstein. Das neue System führe vor allem zu einer Entlastung der Notaufnahme.


Es war für die niedergelassenen Ärzte immer schwieriger geworden, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in seiner bisherigen Form aufrechtzuerhalten. Das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärzte stieg stetig, die Lücken im Bereitschaftsdienst wuchsen dadurch an. Damit der Ärztliche Bereitschaftsdienst an den Wochenenden und an den Feiertagen weiter funktionieren konnte, wurden immer mehr Dienstgruppen zusammengelegt.

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Jetzt beschreitet die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns mit der Bereitschaftspraxis im Klinikum Traunstein einen neuen Weg. Diese soll zukünftig die ambulante Versorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten der niedergelassenen Ärzte sicherstellen. In der Probephase bis Ende Februar 2017 ist diese am Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 9 bis 21 Uhr geöffnet sowie am Mittwoch und Freitag von 13 bis 21 Uhr.

Die Bereitschaftspraxis ist an die Notaufnahme am Klinikum Traunstein angeschlossen. Ein Arzt »sichtet« die ankommenden Patienten; Notfälle teilt er der Notfallambulanz zu, um die Versorgung der ambulanten Patienten kümmern sich die niedergelassenen Ärzte in der Bereitschaftspraxis.

In der Pilotphase werden ansässige, niedergelassene Ärzte die Praxis freiwillig führen. Sie sollen bis Ende Februar die Strukturen und Abläufe erproben und gegebenenfalls optimieren. Ziel der Kassenärztlichen Vereinigung ist es, ab März zwei Bereitschaftspraxen mit den Standorten Traunstein und Bad Reichenhall zu installieren. Die bereits bestehende Bereitschaftsdienstpraxis in Fridolfing wird weiterhin bestehen bleiben.

Gleichzeitig mit den Bereitschaftspraxen sollen Fahrdienste eingerichtet werden; in Stoßzeiten sollen drei Ärzte für die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein die Hausbesuchstätigkeit zur Bereitschaftsdienstzeit übernehmen. Wie Dr. Florian Buchauer, ausführt, werden sich »durch diese politisch gewollte Veränderung die Wartezeiten bei Hausbesuchen deutlich erhöhen«. Patienten seien darum dazu angehalten, die Bereitschaftsdienstpraxen aufzusuchen. fb/san