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»Pro Freibad« hat die notwendigen Unterschriften

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Traunreut – Die Bürgerinitiative »Pro Freibad«, die sich gegen eine Schließung des Franz-Haberlander-Freibads während der Sanierung des Freizeitbeckens im nächsten Jahr ausspricht, hat die erforderlichen 1400 Unterschriften für ein Bürgerbegehren beisammen. Die Listen mit den Unterschriften sollen im Dezember an Bürgermeister Klaus Ritter überreicht werden. Das teilten die Initiatoren dem Traunsteiner Tagblatt mit.


Sobald die Listen im Rathaus vorliegen, werden die Unterschriften von der Verwaltung auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft und müssen dem Stadtrat spätestens einen Monat nach der Abgabe vorgelegt werden. Dieser muss dann ebenfalls die gesetzliche Zulässigkeit absegnen und entscheiden, ob das Bürgerbegehren angenommen wird oder nicht. Im Falle einer Ablehnung durch den Stadtrat kommt es zu einem Bürgerentscheid. Ob es gelingt, noch in der Jahresabschlusssitzung am 18. Dezember im Stadtrat einen Beschluss zu fassen, wird sich zeigen. Um es bis dahin noch zu schaffen, müssten nach Angaben der Stadtverwaltung die Listen zwingend abgegeben werden.

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Nach Angaben der Initiatoren können sich die Traunreuter Bürger nach wie vor in die Listen eintragen, die weiter in Geschäften und Arztpraxen aufliegen. Es können aber auch noch Blanko-Listen angefordert werden, um privat Unterschriften zu sammeln. Die unterschriebenen Listen müssten aber bis spätestens Freitag, 5. Dezember, bei den Damen, die auf dem Deckblatt der Listen erwähnt sind, abgegeben werden.

Wie wiederholt berichtet, hatte der Stadtrat beschlossen, das Bad während der Sanierung des Nichtschwimmerbeckens zwischen Mai und Ende Juli 2015 zu schließen Die Entscheidung stieß bei vielen Freibadbesuchern, vor allem bei den Senioren und jungen Familien auf massive Kritik. Spontan wurden rund 1000 Unterschriften gegen eine Schließung gesammelt und dem Bürgermeister überreicht. Nachdem darauf nicht reagiert wurde, startete die Bürgerinitiative »Pro Freibad« eine Unterschriftenaktion.

Nun haben die Initiatoren die benötigten 1400 Unterschriften beisammen. Nach Angaben der Bürgerinitiative hätten bei der Aktion nicht nur wahlberechtigte Traunreuter sondern auch viele Bürger aus den umliegenden Gemeinden ihren Unmut über die Schließung bekundet und hätten sofort unterschrieben. Vor diesem Hintergrund wäre die Unterschriftenzahl um ein Vielfaches höher, sind sich die Initiatoren sicher. »Es freut uns besonders, dass trotz verschwundener Unterschriftenlisten und plötzlicher 'Neutralität' einiger Traunreuter Geschäfte und Arztpraxen die Unterschriften zusammenkamen«, erklären die Initiatoren. Sollte der Stadtrat das Bürgerbegehren ablehnen, müssen die Bürger entscheiden.

In der Begründung warnt die Bürgerinitiative unter anderem davor, dass sich die vielen auswärtigen Besucher und die Schwimm-Mannschaften, die im Traunreuter Freibad trainieren, infolge der Schließzeit nach anderen Freibädern umsehen und abwandern könnten. Einen Widerspruch sehen sie auch darin, dass die Traunreuter Schulen für teures Geld zum nächsten Schwimmbad gefahren werden müssen. Benachteiligt würden auch die Familien ohne Auto und behinderte Menschen, weil die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu den nächstgelegenen Freibädern sehr umständlich und teuer sei. Der Stadtrat ist hingegen mehrheitlich dafür, das Bad während der Sanierung zu schließen, weil die Maßnahme ohne Publikumsverkehr schneller und günstiger durchgezogen und auch mögliche Unfälle ausgeschlossen werden könnten. ga