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Privatmann plant Hochwasserschutz in Eigenregie

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Unterwössen. Zügig erledigte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Bauangelegenheiten. Alle Anträge gingen durch.


Ausführlich hatte ein Architekt den Antrag eines Eigentümers begründet der sein Anwesen Staffen mit einem eigenen Damm gegen Hochwasser schützen möchte. Das Anwesen liegt abgeschieden im Süden des Ortsteils Unterwössen. Dort am Anstieg des Streichenwegs hinauf nach Achberg fließt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gehöft die Tiroler Ache. Die hat beim Juni-Hochwassser das Anwesen überschwemmt. Der vom Eigentümer beauftragte Architekt beantragte einen Hochwasserschutzdamm für dieses Objekt. Weil es allein liegt, erwartet der Eigentümer keine staatliche Hilfe. Dem Eigentümer bleibe nur, so sein Architekt, sein Eigentum durch eigene Maßnahmen zu schützen.

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Der Planer hat auf eigenem Grund einen Damm in U-Form um die Gebäude entworfen. Die offenen Enden des Dammes sollen jeweils am Hang zum Achberg auslaufen. Dazu müsste der östliche Schenkel des Dammes auf der dem Anwesen gegenüberliegenden Straßenseite auslaufen. So plant der Eigentümer, den Streichenweg über den Damm zu führen. Eigentümer und Architekt sind sich bewusst, dass dieser Damm die Flächen rund um die Gebäude aus dem Überflutungsgebiet am Flugplatz heraustrennt. Deshalb bietet der Eigentümer an, auf seinem sonstigen Grund am Staffen Ausgleichsflächen zu schaffen. Die könnten vermehrt Hochwasser aufnehmen. Letztendlich entscheidet über solche Maßnahmen das beteiligte Wasserwirtschaftsamt.

Stimmen quer durch die Parteien betonten, dass der Hochwasserschutz des Einzelnen nicht den der Öffentlichkeit beeinträchtigen dürfe. Die vom Eigentümer bereits angebotenen Ausgleichsflächen müssten sein. Obwohl sich der Eigentümer für alle Kosten stark gemacht hatte, verlangten die Gemeinderäte das noch einmal ausdrücklich. Nach Auffassung der Verwaltung ergäbe sich das ohnehin aus der Gesetzeslage betonten Bürgermeister Hans Haslreiter und Geschäftsleiter Thomas Müllinger. Nur die Gemeinderäte Andreas Bichler und Dieter Stein (beide FWG) stimmten gegen den Antrag. Bichler hielt im Beschluss eine konkrete Kostenregelung für unabdingbar. Stein fürchtete, einen Präzedenzfall zu schaffen. Eigentümer im Ort könnten in Folge vermehrt privaten Hochwasserschutz planen.

Der neue Erwerber des Anwesens Hacklau plant nur unwesentliche Änderungen am denkmalgeschützten Anwesen. Er möchte ein neues, leicht steileres Dach und zwei überbaute Nischen schließen. Im Untergeschoß möchte er eine Außentür zu einem Werkstattraum brechen. Der Gemeinderat stimmte dem Bauantrag einstimmig zu.

Für den Bebauungsplan Ortszentrum verlas Thomas Müllinger die Stellungnahmen der beteiligten Behörden für die geplanten Vorhaben auf der Fläche des ehemaligen Sägewerkes Döllerer. Daraus ergaben sich leichte Änderungen, die die Verwaltung in einen Beschlussvorschlag eingearbeitet hatte. Der Gemeinderat stimmte dem veränderten Beschluss einstimmig zu. Er beschloss, den Bebauungsplan mit den Änderungen erneut auszulegen und zur erneuten Stellungnahme an Kreisbaumeister und Wasserwirtschaftsamt zu senden.

Einen Bauwerber für ein freistehendes Haus mit Doppelgarage am Hochgernweg stellte der Gemeinderat auf eine Bauvoranfrage eine Baugenehmigung in Aussicht. Auch aus den Stellungnahmen für die Änderung des Bebauungsplanes Neuschmied/Stücklmühle für das Grundstück an der Einmündung der B 305 ergaben sich Änderungen. Mit diesen beschloss der Gemeinderat den dortigen Bebauungsplan einstimmig. lukk