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»Priester muss hinter seiner Botschaft stehen«

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Klaus Wernberger ist am 46. Juni 1976 im Dom zu Freising zum Priester geweiht worden. Beim Festgottesdienst in der Unterwössner Pfarrkirche St. Martin gratulierten dem früheren Unterwössner Pfarrer unter anderem Bernhard Greimel und Monika Schlaipfer vom Kirchenchor. (Foto: Flug)

Unterwössen – Die Hauptperson fasste sich kurz. Zu Beginn des Gottesdiensts erinnerte Pfarrer Klaus Wernberger in der gut besuchten Pfarrkirche St. Martin mit wenigen Worten an seine Priesterweihe vor 40 Jahren, am 26. Juni 1976 im Dom zu Freising. Er blickte auf 16 Jahre, die er in Unterwössen Pfarrer war. »Ich habe mich gut aufgenommen gefühlt von Pfarrgemeinde und politischen Gemeinden. Von der Kirchenmusik bin ich geradezu verwöhnt worden.«


In der Predigt ging er den Gedanken nach, was das Priestersein letztlich ausmache. Drei Wesensmerkmale hält er für notwendig: Liturgia, Diakonia, Martyria – die Verkündung, die Nächstenliebe, die Sehnsucht nach Gott zu wecken.

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Entgegen vieler Zweifler sehe er die Verkündung nicht als überkommenes Ritual, sondern als lebendige Aufgabe, den Menschen die Botschaft zu verkünden, dass ihr Leben nicht in einer Sackgasse endet, sondern der Anbruch der Ewigkeit ist.

Priester soll Nächstenliebe leben

Ein Priester solle die Nächstenliebe leben fernab des eigensüchtigen, modernen Streits um Positionen und Rangfolgen. Dem Priester gelte es mit der Bergpredigt, Armen und Kranken beizustehen, Heimatlosen und Notleidenden zu helfen, Trauernde zu trösten, Hungernde zu speisen und den Verachteten Achtung zu verleihen.

Dem Priester gelte dies durch das eigene Leben zu bezeugen. »Der Priester muss hinter dem stehen, was er verkündet.« Bei aller menschlichen Schwachheit und Unvollkommenheit sollte man von einem Priester sagen können: »Das kaufe ich dir ab; du meinst es ernst.« – »Die Menschen müssen spüren, dass der Priester eine innere Sehnsucht nach Gott hat«, so Wernberger.

In der Zuhörerschaft gab es keinen Zweifel, dass Pfarrer Klaus Wernberger diesen Aufgaben eines Priesters zeitlebens nachgekommen ist. Bürgermeister Ludwig Entfellner sprach für die politischen Gemeinden und die Pfarrgemeinden, die durch viele Besucher vertreten waren. Wernberger habe sich selbst nie wichtig genommen. Er sei von seinen zwei Seiten geprägt. Da sei einmal der Wernberger, der auf seine Mitmenschen zugehe, am Leben teilnehme, fröhlich und humorvoll sei. Da sei aber auch der andere, der mit fortschreitenden Lebensjahren nachdenklich, besonnen, manchmal grübelnd, vor allem aber auch berechtigt kritisch gewesen sei. Beides habe ihn zu einem beliebten Weggefährten im Achental gemacht. »Es war eine hervorragende Zeit mit Pfarrer Wernberger im Achental«, so der Bürgermeister.

Für den Pfarrer gab es Blumengeschenke vom Bürgermeister, dem Kirchenchor und den Frauen rund um den Kirchenbetrieb. Besonders gefiel Wernberger die Musik zu diesem Festgottesdienst. Das brachte er in seinem Schlusswort noch einmal nachdrücklich zum Ausdruck. Kirchenchor und Kirchenorchester hatten die Missa in C, KV 258, von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Die gleiche Messe hatten sie auch bei der Amtseinführung Wernbergers in Unterwössen gespielt und gesungen. lukk