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Priener Polizei beendete Kaffeefahrt

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Für diese Bettauflage wollte ein 47-Jähriger 2000 Euro. Die Polizei beendete die sogenannte Kaffeefahrt und hat Ermittlungen gegen den Mann eingeleitet. (Foto: Polizei Prien)

Prien – Die Beamten der Polizeiinspektion Prien beendeten mit einem groß angelegten Einsatz eine illegale Kaffeefahrt in einer Gaststätte im südlichen Landkreis Rosenheim. An dieser hatten 16 Senioren teilgenommen. Ihnen wurden Messersets, Schönheitsprodukte und vieles mehr zu überteuerten Preisen angeboten. Gegen einen 47-jährigen Handelsvertreter aus Cloppenburg wird nun ermittelt.


Bei diesen sogenannten Kaffeefahrten, die überwiegend von Senioren besucht werden, handelt es sich fast immer um illegale Veranstaltungen. Das bestätigte sich auch in diesem Fall. Ein 47-jähriger Handelsvertreter aus Cloppenburg, übrigens die Hochburg der betrügerischen Kaffeefahrten, hatte das ältere Publikum über mehrere Stunden »bearbeitet«. Er erzählte unter anderem von Magnetfeld-Bettauflagen und anderen »Wundermitteln«. Es war die klassische Abzocke, so die Polizei in ihrer Pressemitteilung. Die Teilnehmer hatten im Vorfeld die üblichen Einladungen zugeschickt bekommen, auf denen Versprechungen hinsichtlich wertvoller Geschenke gemacht wurden. Vor Ort bekamen die Gäste zwar das versprochene Mittagessen und auch ein kleines Präsent, das Hauptaugenmerk des einschlägig polizeilich bekannten Moderators lag jedoch auf dem Verkauf seiner Produkte. So pries er die Magnetfeldauflage zu einem Preis von fast 2000 Euro an.

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Aber genau in dem Moment, als die Verträge praktisch unterschriftsreif waren, platzten die Einsatzkräfte in den Saal und bewahrten damit einige der Gäste vor einem in dieser Höhe sicher ungerechtfertigten Kauf.

Zusammen mit zwei Angestellten des Landratsamts Rosenheim wurde die Veranstaltung beendet. Außerdem wurden umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen getroffen. Die sichergestellten Unterlagen ließen eindeutig auf eine Vielzahl solcher Kaffeefahrten schließen. Auch viele bereits ausgefertigte Verträge, aber auch eine große Anzahl an Beschwerden wurden gefunden.

Diese Unterlagen werden nun ausgewertet und im Anschluss wird entschieden, ob gegen den Moderator und seine Hinterleute ein Bußgeldverfahren oder gar Strafverfahren eingeleitet wird.

Der Rat der Polizei in Bezug auf Kaffeefahrten: Derartige Veranstaltungen am besten nicht besuchen – oder unverzüglich die Polizei verständigen, falls etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. KR