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Positives Echo zur Zukunft der Geigelsteinbahn

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Schleching. Bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung war ein Antrag der »Interessengemeinschaft Tourismus Schleching« zum Weiterbetrieb der Geigelsteinbahn Thema (wir berichteten). Bürgermeister Josef Loferer erinnerte in der Sitzung an die Vorgeschichte und verwies auf die Erörterung im Arbeitskreis, der mit inzwischen 23 Teilnehmern im Rathaus tagte. Ihm gehören unter anderem der Eigentümer der Bahn, Robert Raffner, Vertreter des Tourismus und der Almbauern, Sepp Kreuz, Büroleiter des Forstbetriebs Ruhpolding, und Mitglieder des Gemeinderats mit Bürgermeister Josef Loferer und der Zweiten Bürgermeisterin Elfie Bachmann an.


Bedeutung des Geigelsteins als Naturschutzgebiet

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Moderatorin war Stephanie Weyerer, Managerin des Integrierten Ländlichen Entwicklungs-Konzeptes (ILEK) mit den Schwerpunkten Tourismus, Innenentwicklung und Gewerbe im Ökomodell Achental. Als weiterer Vertreter des Ökomodells war Regionalmanager Robert Wojcik dabei, der anhand von Marketingvorschlägen auf die Bedeutung des Geigelsteins als Naturschutzgebiet hinwies.

Ziel der Sitzung war, die erforderlichen Schritte zum Weiterbetrieb der Bahn und neue Marketingmaßnahmen zu erörtern. Zunächst stellte Robert Raffner sein Betriebskonzept verbunden mit Vorschlägen zur touristischen Ausrichtung der Geigelsteinbahn als »Naturerlebnis« vor. Raffner erwarb die Geigelsteinbahn von Ettenhausen zur Wuhrsteinalm gemeinsam mit der Wuhrsteinalm und der Wuhrsteinbar im Jahr 2007. Bis Ende 2011 war sie verpachtet.

Bahn als Einstieg in die naturnahe Erholung

Erst im vergangenen Jahr habe er sich nach einem Überblick über den Stand der Technik und sehr guter Kooperation mit Regierungsstellen und TÜV für den Weiterbetrieb einsetzen können. Nach erfolgreicher Revision war die Bahn von August bis Anfang November mit verlängerten Betriebszeiten jeweils von 9 bis 17 Uhr in Betrieb. In dieser Zeit stand sie wetterbedingt nur an fünf Tagen. Raffner lege großen Wert auf zuverlässigen Betrieb. Die Bahn soll künftig als Einstieg in eine naturnahe Erholung am Geigelstein dienen.

Basierend auf dem Ergebnis der letzten vier Jahre trug Raffner sein Finanzierungskonzept vor. Er schätzte die Einnahmen auf rund 105 000 Euro bei rund 12 000 Fahrgästen. Der größte Posten der Ausgaben von rund 72 600 Euro entfällt auf Personalkosten für Betriebsleiter, Stellvertreter und eine Hilfskraft. Der Betriebsleiter müsse eine Ausbildung als Elektroingenieur und eine dreijährige Betriebsleiterausbildung für den Seilbahnbetrieb haben. Weitere große Posten seien der Strom mit 12 000 Euro und Überfahrtspachten von rund 10 000 Euro.

Der jährliche Verlust liegt bei 3000 Euro. Um den Bahnbetrieb langfristig zu sichern, seien allerdings Investitionen von 147 000 Euro erforderlich. Die Motor- und Getriebeüberholung sowie die Verlegung der Trafostation sind mit 32 000 Euro veranschlagt. Außerdem muss das beschädigte Altgebäude des früheren Geigelstein-Schlepplifts abgerissen werden. Die Kosten schätzt Raffner auf 35 000 Euro. Der größte Posten ist der Brandschutz mit 80 000 Euro, der bis 2014 fertig sein muss. Raffner hofft auf eine Förderung der Regierung und will mit einer Darlehensaufnahme in Vorleistung gehen. Er hoffe jedoch, dass ihm die Gemeinde den Betrieb des Parkplatzes überlässt und durch Neuverhandlung Strom- und Überfahrkosten gesenkt werden können.

Bahn soll bis zum Juni in Betrieb gehen

Als eine von mehreren Marketingmaßnahmen stellt er sich Sessel-Patenschaften vor. Raffner will versuchen, die Bahn bis Juni zum Laufen zu bringen. Für die Klärung der Auftragsvergabe wäre dann aber nur noch etwa drei Wochen Zeit. In einem weiteren Schritt ist an den Winterbetrieb zu Ferienzeiten für die Rodelbahn gedacht.

Für die Interessengemeinschaft Tourismus und als Vertreterin der Schlechinger Gastronomie wies Bettina Sigl auf die geringe Bettenauslastung von Schleching mit nur 24,3 Prozent hin (Chiemgau 32,9 Prozent, Bayern 39,8 Prozent). Den Erhalt der Geigelsteinbahn zu unterstützen, solle ein erster Schritt sein, mehr Gäste nach Schleching zu bringen. Die von Robert Raffner gewünschten Zugeständnisse der Gemeinde seien gemessen am Nutzen für Schleching niedrig.

Der allgemeine Tenor war, die Bahn als wichtigen Tourismusfaktor zu erhalten, wobei die Zuverlässigkeit des Betriebes mehrfach hervorgehoben wurde. Neben den Marketingvorschlägen der Interessengemeinschaft Tourismus Schleching und umfangreichen Ideen von Dominik Müller, Gasthof Zellerwand, ergaben die Stellungnahmen der Teilnehmer zahlreiche weitere Vorschläge zum Thema »Naturerlebnis Geigelsteinbahn«.

Altbürgermeister Fritz Irlacher, Vorsitzender des Verkehrsvereins, betonte neben weiteren Teilnehmern, dass der Verkauf der Bahn an Robert Raffner ein Glücksfall für die Gemeinde sei. Raffner habe die Initiative zum Weiterbetrieb der Bahn ergriffen.

Verlässlicher Betrieb der Bahn ist das Ziel

Bürgermeister Loferer nannte als Ziel einen verlässlichen Betrieb und die dauerhafte finanzielle Sicherung als »Bürgerbahn«. Das Interesse nach außen getragen werden. Den Schlüssel dazu sieht er im bürgerschaftlichen Engagement. Stephanie Weyerer fasste zum Abschluss einen Maßnahmenkatalog über weitere Gespräche und Aktionen des Eigentümers Raffner mit weiteren Beteiligten zusammen. Unter anderem ist Mitte April eine Informationsveranstaltung für die Bürger geplant. bre