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Polizei schätzt Schaden auf rund 500 000 Euro

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Die Tiere konnten glücklicherweise alle gerettet werden. (Foto: FDL/Lamminger)

Petting – Der Sachschaden durch den Großbrand in Petting (wir berichteten) wird auf rund 500 000 Euro geschätzt. Das sagte ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Sonntag im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Fünf Personen mussten vor Ort medizinisch versorgt werden.


Ein Blitzeinschlag in den Stall eines landwirtschaftlichen Anwesens in der Ortsmitte von Petting hatte am Freitagabend einen Großbrand ausgelöst. Die Tenne im Obergeschoß brannte aus und wurde vom Feuer zerstört. Das Vieh konnte aus dem darunterliegenden Stall gerettet werden.

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Schwarze Rauchsäule über dem Dorf

Dramatische Szenen spielten sich gegen 17.30 Uhr ab. Während eines heftigen Gewitters und bei Starkregen schlug nach Augenzeugenberichten ein Blitz in der Ortsmitte von Petting ein. Kurz danach züngelten Flammen meterhoch über einen First hinaus und eine riesige schwarze Rauchsäule stieg über dem Dorf auf. Zunächst wurde vermutet, dass das Lagerhaus brennt. Die ersten am Einsatzort eintreffenden Feuerwehreinheiten meldeten jedoch den Vollbrand des Stallgebäudes an der Ecke Seestraße/Raiffeisenstraße. Das Obergeschoß, in dem Erntevorräte gelagert waren, brannte lichterloh.

Ein Großaufgebot an Feuerwehren rückte an: Neben der Ortsfeuerwehr Petting hat die Integrierte Leitstelle Traunstein auch die Wehren aus Lampoding, Kirchanschöring, Tettenhausen, Waging am See, Gaden, Nirnharting und die Feuerwehr Traunstein mit dem Atemschutz-Gerätewagen und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) sowie aus dem Berchtesgadener Land die Feuerwehren aus Teisendorf, Weildorf, Leobendorf und Laufen alarmiert.

Die Floriansjünger konzentrierten sich zunächst vorrangig darauf, das Vieh aus dem Stall zu retten. 35 Milchkühe, mehrere Kälber und einige Stiere konnten in Sicherheit gebracht werden. Schwerpunkt der Löscharbeiten war die Absicherung des angebauten Wohnhauses. Mehrere Atemschutztrupps rückten im Wohnhaus im Innenangriff vor, zudem wurden mehr als ein Dutzend Löschtrupps um das Gebäude postiert, ebenso zwei Drehleitern, von deren Korb aus von oben gelöscht wurde. Ein Überspringen des Feuers auf das Wohnhaus und benachbarte Gebäude konnte so verhindert werden. Die Flammen griffen zwar auf das Dach des Wohnhauses über, dennoch schafften es die Löschmannschaften, dass das Wohngebäude weitgehend unbeschädigt blieb. Die Mitglieder der Bauernfamilie konnten sich selbständig in Sicherheit bringen. Fünf Personen wurden allerdings leicht verletzt und von BRK-Rettungsdienst und Notarzt vor Ort behandelt, weil sie Brandrauch eingeatmet hatten. Ein Transport in eine Klinik zur Weiterbehandlung war jedoch nicht erforderlich.

Um 18.48 Uhr, gut eine Stunde nach Brandausbruch, meldete die Einsatzleitung »Feuer aus«. Nur an einigen wenigen Stellen im Obergeschoß stieg noch leichter Rauch auf, so die Meldung. Die nachgeforderte Drehleiter der Feuerwehr Freilassing wurde nicht mehr gebraucht.

Trotz des Großaufgebotes von mehr als 200 Floriansjüngern wurde der Aufbau des Stallgebäudes ein Raub der Flammen. Die Betondecke zwischen Stall und Tenne trug jedoch dazu bei, dass das Vieh gerettet werden konnte. Die Feuerwehr entschied deshalb gemeinsam mit dem Brandleiter, das ausgebrannte Obergeschoß komplett abzuräumen, den Brandschutt zu entsorgen und den Stall zu belüften, um anschließend das Vieh wieder im Stall unterzubringen. Eine Verteilung auf benachbarte Bauernhöfe war deshalb nicht erforderlich. Zum Ausleuchten während der Aufräumungsarbeiten wurde die Feuerwehr Fridolfing mit deren Lichtgiraffe zur Einsatzstelle beordert.

Straße für mehrere Stunden gesperrt

Die Seestraße – die Straße zwischen Petting nach Lampoding – musste während der Löscharbeiten für mehrere Stunden komplett gesperrt werden. Nach ersten Ermittlungen der Polizei ist der Blitzeinschlag Ursache für den Großbrand. Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kripo Traunstein haben die weiteren Ermittlungen aufgenommen. pv/KR