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Politischer Aschermittwoch so gut besucht wie nie

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Grabenstätt. Während bei den diversen Politischen-Aschermittwoch-Ausgaben in Niederbayern wieder zahlreiche markige Sprüche und Angriffe auf die jeweiligen politischen Gegner zu vernehmen gewesen sind, ist es beim traditionsreichen politischen Aschermittwoch des CSU-Ortsverbandes Grabenstätt im Gasthof Grabenstätter Hof deutlich gelassener und weniger emotional zugegangen.


Im Mittelpunkt standen die Kommunalwahl am Sonntag, 16. März, und die Frage, wie CSU-Landratskandidat Siegfried Walch die Landkreispolitik in den kommenden sechs Jahren gestalten würde. »Ich werde jedes Jahr ein Jahr älter, die Jugend ist also ein Makel, der sich von selber erledigt«, wandte sich der 29-jährige Walch eingangs an jene Kritiker, die ihm immer wieder seine Jugend zum Vorwurf machen. Es komme nicht auf das Alter an, sondern auf die Fähigkeiten eines Politikers, betonte der Kandidat und verwies auf seine vielen politischen Ämter, die er seit seinen Anfängen bei der Jungen Union Inzell bekleidet hat.

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In seiner frei gehaltenen Rede befasste er sich ansonsten mit den drängenden Zukunftsfragen des Landkreises Traunstein. Dieser stehe, wie viele andere Landkreise im ländlichen Raum auch, vor der »Mammutaufgabe«, den jungen Menschen dauerhaft eine Perspektive und hohe Lebensqualität zu bieten, um sie nicht an die städtischen Ballungsräume zu verlieren.

Wichtig seien hier funktionierende Gewerbebetriebe in den Gemeinden und eine erfolgreiche Infrastrukturpolitik. So gelte es nicht nur flächendeckend ein schnelles Internet zur Verfügung zu stellen, sondern auch Straßen und Schienen zu erhalten und dort, wo es wirtschaftlich notwendig und ökologisch vertretbar sei, auch über Neubau-Projekte nachzudenken.

Zwei Verbände sollten nicht um denselben Gast streiten

Wegen seiner Wertschöpfung von 550 Millionen Euro im Jahr sichere der Tourismus Wohlstand und Lebensqualität. Um aber mit den österreichischen Nachbarn gleichziehen zu können, »muss Bayern endlich einen Fördertopf zur Verfügung stellen«, so Walchs Forderung. »Nicht erklärbar ist es, warum zwei Tourismus-Verbände um denselben Gast streiten«, kritisierte der Inzeller die aktuelle Situation rund um den Chiemsee. Dieser dürfe kein trennender Graben sein, sondern müsse zu einer vereinigenden Klammer werden.

Erhalt der Kreisaltenheime als wichtige Aufgabe

Als wichtige Aufgabe einer kommunalen Daseinsvorsorge bezeichnete Walch auch den Erhalt der Kreisaltenheime, über die der Landkreis Traunstein als einziger oberbayerischer Landkreis noch verfüge. Ein wichtiges Anliegen sei für ihn zudem die Aufrechterhaltung der guten medizinischen Versorgung in den Kreiskliniken. »Mit mir ist eine Privatisierung unserer Kliniken nicht zu machen«, stellte Walch klar.

Mit Blick auf die Asylbewerber-Thematik meinte er, dass die 700 Asylbewerber, die der Landkreis Traunstein bis Jahresende insgesamt unterbringen müsse, gerechter auf die 35 Gemeinden verteilt werden müssten.

Mit mehr Transparenz, Kommunikation und Information könnte man hier womöglich auf breitere Akzeptanz stoßen. Eine erfolgreiche Landkreispolitik gelinge nur, wenn man über die Parteigrenzen hinweg vernünftig zusammenarbeite und die Bürger miteinbinden. Deswegen wolle er auch an eine wöchentliche Bürgersprechstunde.

Der Grabenstätter CSU-Ortsvorsitzende Hans Pertl freute sich über »eine ganze Reihe hervorragender CSU-Kandidaten im Landkreis und in der Gemeinde« und zeigte sich davon überzeugt, dass man mit ihnen erfolgreich in die Zukunft gehen werde. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der »Theater-Musi« um Katharina Wiesholler (Harfe), Lukas Wimmer (Ziach) und Thomas Urian (Tuba). mmü